Interdisziplinäre Altersmedizin: Dr. Beate Hahne nun offiziell Chefärztin

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Sie wollen hochbetagte Patienten zurück in den Alltag bringen: Das Team der Interdisziplinären Altersmedizin mit Dr. Michael Müller (Internist, von links), Dr. Uwe Streckenbach (Geriater), Dr. Beate Hahne (Neurologin/Geriaterin/Psychiaterin) und Martin von Hagen (Psychiater/Psychotherapeut) vor Tafeln, an denen Schlaganfallpatienten mit Dingen des Haushalts greifen üben. Foto: Steensen

Witzenhausen. Seit März baut sie die neue Station für Interdisziplinäre Altersmedizin am Klinikum Werra-Meißner in Witzenhausen auf, jetzt ist Dr. Beate Hahne als Chefärztin auch ganz offiziell im Amt. Die 52-Jährige leitet damit eine Station, die nach Angaben von Klinik-Geschäftsführer Prof. Dr. Ulrich Vetter hessenweit einmalig ist.

„Wir starten heute ein neues Kapitel der Medizin am Standort Witzenhausen“, sagt Vetter beim Festakt. In der 38 Betten umfassenden Abteilung für Interdisziplinäre Altersmedizin arbeiten Spezialisten der Inneren Medizin, Geriatrie, Psychiatrie und Psychotherapie eng zusammen.

Ihr Ziel ist es, ältere Patienten wieder fit für den Alltag zu machen - mit einer Mischung aus Akutbehandlung und Früh-Reha. Dabei wollen sie körperliche und psychische Probleme gleichermaßen im Auge behalten. „Das seelische Gleichgewicht soll wiederhergestellt werden, damit die Patienten die gesundheitlichen Belastungen besser bewältigen können“, erklärt Beate Hahne. Dabei gehe es auch darum, den Alltag des Patienten und seine Bedürfnisse in die Therapie einzubeziehen. So könnten Krankheiten früher erkannt, die Selbstständigkeit erhalten und hohe Pflegestufen bestenfalls verhindert werden. „Das spart langfristig auch Geld“, betont Hahne.

Stolz ist die Chefärztin auch darauf, dass auf der neuen Station künftig Fachärzte für Geriatrie ausgebildet werden dürfen. „Das ist etwas Besonderes für Witzenhausen.“ Die Umsetzung und Weiterentwicklung des neuen Konzeptes brauche vor allem Zeit und Mitarbeiter, die von dem ganzheitlichen Ansatz überzeugt sind, sagte Hahne.

Landrat Stefan Reuß, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Gesundheitsholding Werra-Meißner ist, stellte auch die wirtschaftliche Bedeutung der neuen Station heraus, mit der sich das Klinikum Werra-Meißner von anderen Kliniken abheben könnte. So würden auch Arbeitsplätze in der Region gesichert.

Beate Hahne hat 1985 an der Universitätsklinik Göttingen in Medizin promoviert und ihre Approbation erlangt. Anschließend bildete sie sich in den Bereichen Neurologie, Psychiatrie, klinische Geriatrie und Suchttherapie sowie im Qualitätsmanagement weiter und arbeitete an verschiedenen Kliniken in Südniedersachsen, unter anderen am Asklepios Fachklinikum Göttingen. Die 52-Jährige ist verheiratet, Mutter einer Tochter und lebt in Göttingen. (fst)

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