Herbstserie Ernährung

Intervallfasten hilft bei den meisten, den Körper zu entlasten und abzunehmen

Der Ernährungstrend der vergangenen Jahre ist das Intervallfasten. Viele Menschen nutzen die Art des Essens, um ihren Körper zu entlasten, aber auch, um abzunehmen. 

Wir beantworten die wichtigsten Fragen und haben dazu mit der Ernährungsberaterin Tina Hildebrandt gesprochen.

Was ist Intervallfasten überhaupt?

Intervallfasten bedeutet, acht Stunden am Tag zu essen und 16 Stunden am Stück zu fasten. Eine Alternative ist die 5:2-Methode, bei der an fünf Tagen pro Woche normal gegessen wird und an zwei Tagen nur rund 500 Kalorien aufgenommen werden. In der Fastenphase sinkt der Blutzucker ab. „Da der Körper trotzdem Energie für einen reibungslosen Ablauf sämtlicher Körperfunktionen braucht, greift er auf die Fettreserven zurück. Dies erleichtert die Gewichtsabnahme“, sagt Tina Hildebrandt.

Wie profitiert der Körper von diesem System?

Die aktuellste Studie ist nun im Fachblatt „Cell Metabolism“ erschienen. Die Ergebnisse: .  Die Menge des viszeralen Fetts, das Organe umgibt, sank bei den fastenden Probanden. Dieses Fett gilt als besonders gefährlich. .  Durch den Fettabbau stieg selbst an Nicht-Fasten-Tagen der Gehalt von Ketonen, die laut Studien die Stimmung aufhellen und Entzündungen hemmen können. .  Ebenso reduzierte sich die Menge von bestimmten Eiweißen, die im Verdacht stehen, den Alterungsprozess zu beschleunigen.

Was ist der Vorteil vom Intervallfasten?

„Durch den bewussten Nahrungsverzicht für eine bestimmte Zeit bekommt man einen besseren Überblick darüber, was man isst“, sagt Tina Hildebrandt. Unbewusstes Zwischendurchessen wird reduziert. Das geht oft mit einer verminderten Kalorienaufnahme einher. Kurze Fasteneinheiten (16 Stunden oder 1-2 Tage) sind oft einfacher mit dem Alltag zu vereinbaren und durchzuhalten als zeitaufwendigere Ernährungsprogramme. Auch der Blutdruck, Cholesterin- und Entzündungswerte verbessern sich schon nach wenigen Fastenphasen.

Was ist der Nachteil vom Intervallfasten?

Der lange Verzicht auf Nahrung kann zu verstärktem Hunger bis hin zu Heißhunger führen. Isst man dann nach der Fastenphase dadurch bedingt deutlich mehr Kalorien, als der Bedarf ist, nimmt man nicht ab. Eine Gefahr des Intervallfastens besteht darin, sich in der Zeit, in der das Essen erlaubt ist, keine Gedanken darüber zu machen, was und wie viel auf dem Teller landet. „Wer in den acht Stunden ungesund isst und sich kaum bewegt, wird auch durch diese Methode keinen Erfolg sehen“, sagt Tina Hildebrandt. „Insulinpflichtigen Diabetikern würde ich von Intervallfasten auf eigene Faust abraten.“ Fastenzeiten sollten bei einer Insulintherapie nur in enger Abstimmung mit dem Arzt oder Ernährungsberater durchgeführt werden.

Welche Alternativen gibt es zum Intervallfasten?

Letztendlich kommt es beim Abnehmen immer noch auf die Gesamtkalorienzufuhr und den Verbrauch an. „Es ist also durchaus auch ohne Fastenstunden oder Fastentage möglich, durch bewusste Lebensmittelauswahl, Portionsgrößen und Bewegung Gewicht zu reduzieren oder zu stabilisieren.“

Zur Person

Tina Hildebrandt (34) ist ausgebildete Ernährungsberaterin und führt seit 2011 eine eigene Praxis in Eschwege-Oberhone. Ihre Leidenschaft ist das Kochen sowie das Fotografieren. Sie hat einen eigenen Food-Blog. 

Rubriklistenbild: © Privat/nh

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