Abstand im Feuerwehrauto

Interview: Kreisbrandinspektor Christian Sasse über Einsätze in Corona-Zeiten

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Nicht ohne Mund-Nase-Schutz und Einmal-Handschuhe: Die Bedingungen für Einsatzkräfte der Feuerwehr haben sich durch Corona verändert.

Durch die Hygiene- und Abstandsregelungen, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, kommen auch auf die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren ganz neue Herausforderungen zu.

Wir sprachen mit Kreisbrandinspektor Christian Sasse über die Arbeit der freiwilligen Einsatzkräfte in den vergangenen Wochen.

Herr Sasse, wie ist die Stimmung unter den Feuerwehren in der Region Werra-Meißner?

Aus meiner Wahrnehmung als Kreisbrandinspektor heraus gut. Gegenteiliges ist mir bislang nicht bekannt, ebenso wenig dem Kreisfeuerwehrverband. Am kommenden Mittwoch ist wieder eine Telefonkonferenz mit den Leitern der Feuerwehren. Dann werden wir wieder unsere Erfahrungen austauschen.

Ist denn die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren trotz der Coronakrise gewährleistet?

Selbstverständlich. Insbesondere auch deshalb, weil für die Feuerwehren von Anfang an strenge Hygieneregeln galten. Aber auch, weil Feuerwehrangehörige in der allgemeinen Ausbildung auch bereits für besondere Situationen sensibilisiert werden. Eine Extra-Ausbildung für Corona gab es selbstverständlich nicht.

Wie sieht es zurzeit mit der Schutzausrüstung für die Einsatzkräfte aus?

Hierfür gibt es unterschiedliche Anforderungen. In einer nord- und osthessenweiten Absprache der Kreisbrandinspektoren sowie des Regierungspräsidiums in Kassel wurden Rahmenempfehlungen erarbeitet und herausgegeben. Hiernach gibt es Unterschiede einzelner Feuerwehren je nach ihrem Tätigkeitsgebiet.

Welche sind das?

Beispielsweise haben Feuerwehren mit technischem Hilfeleistungsgerät oder Drehleitern andere Anforderungen wie die klassische Ortsteilfeuerwehr. Den Kommunen wurde eine sogenannte Gefährdungsbeurteilungsvorlage zur Verfügung gestellt, wonach die entsprechende Schutzkleidung ausgewählt werden kann. Die Beschaffung erfolgt dann durch die Kommunen.

Welche Materialien werden ständig benötigt?

In der Regel ist das momentan lediglich der Mund-Nase-Schutz.

Wie werden denn im Moment die Abstandsregeln in den engen Feuerwehrfahrzeugen eingehalten?

Entweder durch kleinere Besatzungen unter Verwendung von mehreren Fahrzeugen oder – wo dieses nicht möglich ist – bei Unterschreitung des Mindestabstands durch das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes.

Wie hat sich das Einsatzgeschehen während der Coronakrise in den vergangenen Wochen entwickelt?

Zunächst merklich rückgängig – gerade während der Beschränkungen. Nunmehr normalisiert sich das Einsatzgeschehen langsam wieder.

Gibt es durch die Coronakrise eigentlich neuartige Einsätze, die es zuvor nicht gab?

Aktuell ist hier im Werra-Meißner-Kreis nichts dergleichen bekannt.

Haben Sie konkrete Wünsche an die Bevölkerung?

Zeigen Sie Rücksicht und bleiben Sie gesund! Und holen Sie sich die Corona-Warn-App. Die gibt es unter coronawarn.app.

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