Sein Ziel ist das Direktmandat

Interview mit Dirk Landau über seine Nominierung CDU-Kandidat für die Landtagswahl

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Fairer Verlierer: Wilhelm Gebhard ist der erste Gratulant nach Bekanntgabe des Ergebnisses bei der CDU-Delegiertenkonferenz auf Kochsberg in Grebendorf.

Werra-Meißner. Mit 32 von 56 Stimmen setzte sich Dirk Landau (Bad Sooden-Allendorf) gegen seinen Herausforderer Wilhelm Gebhard (Wanfried) bei der CDU-Delegiertenkonferenz durch.

Wir sprachen nach der Wahl zum Landtagskandidat seiner Partei für den Wahlkreis 9 über seine zukünftige Arbeit, über demokratisches Grundverständnis und sein Verhältnis zu Frank Hix. Die Landtagswahl in Hessen findet am 28. Oktober 2018 statt.

Herr Landau, sind Sie erleichtert, diese Kampfabstimmung gewonnen zu haben?

Dirk Landau: Ja, sehr. Denn in der Zeit bis zur Entscheidung der Delegierten weiß man nicht, ob man sie am Ende überzeugt. Und die Unsicherheit, wie es weitergeht, setzt einem schon zu.

Wie finden Sie es, dass es in einer Partei zwei Bewerber für die Landtagskandidatur gibt?

Landau: Da bin ich ambivalent eingestellt. Ich sehe das durchaus ambivalent. Zum einen wünscht sich der Wähler parteiinterne Geschlossenheit. Zum anderen war dieses Prozedere der Wettbewerb von zwei Kandidaten heute ja das Salz in der politischen Suppe der vergangenen Woche der Delegierten und wohl kaum die Regularien. Außerdem gehört es zu meinem demokratischen Grundverständnis dazu, dass es mehrere Kandidaten gibt – auch in der eigenen Partei.

Was haben Sie gedacht, als Wilhelm Gebhard Ende November auch Ansprüche auf die Kandidatur in der CDU im Wahlkreis 9 angemeldet hat?

Landau:Ich war nicht unbedingt sehr überrascht. Herr Gebhard hatte sich intern auch schon zur Bundestags- und Landratswahl ins Gespräch gebracht. Und mir war klar, dass Wilhelm Gebhard ein sehr ernst zu nehmender Gegenkandidat geworden ist. Bei anderen wäre ich deutlich gelassener gewesen.

Hätten Sie einen Plan B gehabt, wenn Sie sich heute nicht durchgesetzt hätten oder falls Sie im Herbst nicht in den Landtag einziehen?

Landau: Ich führe im Nebenerwerb ja ein kleines Unternehmen. Außerdem könnte ich mir auch andere politische Ämter vorstellen. Bürgermeister vielleicht.

In Ihrer Heimatstadt Bad Sooden-Allendorf?

Landau: Das haben Sie gesagt. Wäre aber naheliegend.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Frank Hix nach dem jüngsten Konflikt?

Landau: Wir sind dabei, ins Reine zu kommen. Unser Kreisvorstand hat uns dafür Aufgaben mitgegeben. Ich habe für meinen Teil diese Aufgaben erfüllt. Frank Hix sollte die beiden Anzeigen gegen mich zurücknehmen. Das ist noch nicht geschehen.

Sind Sie mit der Unterstützung zufrieden, die Sie aus Ihrem eigenen Stadtverband vor der Delegiertenkonferenz erfahren haben?

Landau: Auf jeden Fall. Von meinem Stadtverband hat sich Wilhelm Gebhard sicherlich mehr Rückenwind erhofft. Das Vorstandsvotum war aber klar. Mit 8:1 Stimmen haben sie sich für mich ausgesprochen.

Während der Delegiertenkonferenz wurde immer wieder betont, wie stark Ihre Präsenz im Wahlkreis ist. Die Öffentlichkeit bekommt davon aber nur wenig mit. Woran liegt das?

Landau: Es fällt mir schwer, – heute mal abgesehen – mich selbst zu loben und in Szene zu setzen.

Müssen Sie an der Selbstdarstellung noch arbeiten?

Landau: Ein Stück weit schon. Mein Credo wird aber weiterhin sein, den direkten Kontakt mit den Menschen zu suchen. Die Präsenz vor Ort ist nach wie vor durch nichts zu ersetzen.

Genau 267 Tage sind es noch bis zur Landtagswahl. Was wollen Sie am 28. Oktober erreichen?

Landau: Ich möchte natürlich das Direktmandat holen. Mein Listenplatz wird nach 15 Jahren im Landtag sicherlich nicht schlecht sein. Darauf möchte ich mich aber nicht verlassen. 2008 und 2009 habe ich das schon einmal geschafft. In 71 Jahren Hessens ist das nur Uwe Brückmann und mir gelungen. Bis dahin ist aber noch viel Zeit. Der eigentliche Wahlkampf beginnt erst nach den Sommerferien im August.

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