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Isolde und Horst Klug aus Eschwege sind ein Herz und eine Seele

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Von: Harald Triller

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Feiern heute ihre Eiserne Hochzeit: Isolde und Horst Klug. Links sind sie im Urlaub an der Nordsee in diesem Jahr zu sehen, rechts bei ihrer Hochzeit im Jahr 1957.
Feiern heute ihre Eiserne Hochzeit: Isolde und Horst Klug. Hier sind sie im Urlaub an der Nordsee in diesem Jahr zu sehen. © Carolin Althans, Privat

Gemeinsam haben Isolde und Horst Klug in den vergangenen 65 Jahren viele Höhen erlebt und Probleme meistern müssen. Heute (30. August) feiern sie ihre Eiserne Hochzeit.

Eschwege – Der lapidare Satz „Sie haben sich gesucht und gefunden“ trifft bei der Betrachtung des gemeinsamen Lebensweges von Isolde und Horst Klug aus Eschwege haargenau zu. Und das nun schon seit 65 Ehejahren, denn das Paar feiert am heutigen 30. August in tiefer Verbundenheit das seltene Fest der eisernen Hochzeit.

Sie sind ein Herz und Seele, durften viele Höhen erleben, mussten aber auch Probleme meistern, was ihnen mit Bravour gelungen ist. Kennengelernt und schnell verliebt haben sie sich bereits 1954 beim Handballsport im TV Jahn Eintracht, womit die gemeinsame Zeit auf 68 Jahre anwächst. 1970 zog das Paar von Eschwege mit der Tochter und den beiden Söhnen für 47 glückliche Jahre ins neu gebaute Haus nach Jestädt, das 2017 – sehr zur Freude von Oma und Opa – in der Familie bei Enkeltochter Christin und ihrem Ehemann Jan blieb.

Der Handball gehörte für beide dazu

Isolde Klug, geborene Hertel, wurde am 10. Dezember 1934 in Ranis, gelegen im Saale-Orla-Kreis bei Pößneck in Thüringen geboren und kam 1938 mit ihren Eltern und den beiden Brüdern von Weimar nach Eschwege, wo Vater Kurt eine Anstellung fand. Sie erlernte den Beruf der Kolonialwarenverkäuferin und führte später mehr als 20 Jahre den Haushalt der Arztfamilie Helga und Dietrich Bock, bis sie gemeinsam mit ihrem Ehemann in den verdienten Ruhestand versetzt wurde. Neben dem Handball in jungen Jahren hat sie sich in Jestädt den Landfrauen angeschlossen.

Horst Klug erblickte am 23. Juni 1934 in der legendären Eschweger Eisenbahnstraße das Licht der Welt und erlernte nach der Schule den Beruf Maler und Lackierer. In seinem Lehrberuf war er zunächst bei Henschel in Kassel und ab 1960 bei Massey tätig.

Sein größtes Hobby war der Handballsport, der ihn mit Jahn Eintracht bis in die Großfeld-Verbandsliga führte, wo er seinerzeit noch regelmäßig vor 1000 und mehr Zuschauern auf dem Eschweger Werdchen spielte. Unvergessen bleiben bei ihm zwei Spiele: „In Eschwege habe ich gegen den späteren Handball-Bundestrainer Werner Vick gespielt und in Hersfeld durften wir Handballer das Vorspiel vor einem Fußballduell bestreiten, das gegen Kaiserslautern mit den Weltmeistern Fritz und Ottmar Walter sowie Horst Eckel stattfand, die hinterher total freundlich und nett zu uns waren.“

Im Garten des neuen Hauses in Jestädt widmete sich Horst Klug sowohl seinen vielen Vögeln in der Voliere als auch den Enten, Gänsen, Hühnern und Kaninchen, die er in seinem „kleinen Zoo“ großgezogen hatte.

Feiern heute ihre Eiserne Hochzeit: Isolde und Horst Klug. Links sind sie im Urlaub an der Nordsee in diesem Jahr zu sehen, rechts bei ihrer Hochzeit im Jahr 1957.
Isolde und Horst Klug bei ihrer Hochzeit im Jahr 1957. © Carolin Althans, Privat

Am 30. August 1957 führte der eiserne Bräutigam nach dreijähriger Beziehung seine Isolde vor den Traualtar und gründete die Familie mit der Tochter und den beiden Söhnen, die allesamt ihre Liebe in Jestädt gefunden haben. Neben den drei Kindern, Schwiegerkindern, den sechs Enkeln mit Partnerinnen und sieben Urenkeln spielten im Leben des Jubiläumspaares zahlreiche Hunde eine wichtige Rolle. Bis zum Umzug 2017 zurück nach Eschwege ins Wohnheim an der Cyriakusstraße hatten es vornehmlich Cocker Spaniel den ohnehin großen Tierfreunden angetan. Und beiden lag das Wandern im Blut. Besonders große Freude herrschte, wenn die gesamte Familie mit auf Schusters Rappen unterwegs war.

Die Eheleute machten auch keinen Hehl daraus, dass ihnen vom Haus in Jestädt aus nie der Blick auf den geliebten Leuchtberg verwehrt blieb. Und nun, mit der Rückkehr nach Eschwege, haben Isolde und Horst Klug wieder am Fuße ihres Lieblingsberges die alte und neue Heimat gefunden. (Harald Triller)

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