Jagdverein Hubertus gewinnt Umweltlotterie für Wildkatzenprojekt 

+
In Schreckstarre: Eine junge Wildkatze an einem Baum im Wald nach einem Warnlaut der Mutter. Die extrem scheuen Tiere fühlen sich in der Region zwischen Werra und Meißner dank zahlreicher Schutzprojekte wohl. Fotos: Willi Rolfe

Der Eschweger Jagdverein Hubertus hat für sein Wildkatzenprojekt den Preis der hessischen Umweltlotterie gewonnen. 

Eschwege – Das Naturschutzprojekt „Wildkatzenland an Werra und Meißner“ des Jagdvereins Hubertus Eschwege ist das jüngste Gewinnerprojekt der Hessischen Umweltlotterie GENAU und erhält den Zusatzgewinn von 5000 Euro,

„Diese Nachricht kam für uns völlig unerwartet, denn immerhin gab es zwölf konkurrierende Umweltprojekte aus dem Werra-Meißner-Kreis, die sich um den Zusatzgewinn beworben haben“, sagte Rainer Stelzner, Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus Eschwege. Dass das Eschweger Projekt ausgezeichnet wurde, zeige einmal mehr, dass die Wildkatzen wirkliche Sympathieträger sind. Es zeige aber auch, dass die Bevölkerung die Bemühungen der Jägerschaft um den Schutz bedrohter Wildtiere und deren Lebensräume wertschätzt.

Projekt Wildkatzen gibt es seit 2007

„Das ist seine sehr gute Nachricht für unser Wildkatzenschutzprojekt“, betonte der Projektleiter, Dr. Jörg Brauneis. „Das Naturschutzprojekt „Wildkatzenland an Werra und Meißner“ wurde 2007 aus der Taufe gehoben, angeregt von zunehmenden Wildkatzenbeobachtungen im Schlierbachswald, im Stadtwald der Kreisstadt Eschwege. In Nordhessen im Werra-Meißner-Kreis gebe es noch relativ viele Wildkatzen, die man durch Lebensraumgestaltung, Waldnaturschutzmaßnahmen, Pflege von Waldwiesen und Ähnlichem unterstützen wolle, damit sie sich nicht nur weiter im Land an Werra und Meißner wohlfühlen, sondern sich auch möglichst gut vermehren.

Möglichst viele Tier auswildern

Denn schließlich sollen möglichst viele, junge Wildkatzen „auswandern“ und Waldgebiete besiedeln, in denen es bisher keine oder nur wenige Wildkatzen gibt. Dazu müssen beispielsweise die Lebensräume vernetzt werden, das heißt, zwischen den Wäldern müssen Hecken und Feldgehölze angepflanzt werden, die die Waldgebiete verbinden, sogenannte Vernetzungsstreifen.

Straßen sind große Gefahr für die Tier 

Auch Straßen stellen eine große Gefahr für die Wildkatzen dar. „Es ist natürlich klar, dass wir mit 5000 Euro keine großen Maßnahmen, wie etwa eine Grünbrücke über die Autobahn bauen können. Aber wir werden mit diesem Geld jetzt die Möglichkeit haben, gezielt weitere Maßnahmen für die Wildkatzen durchzuführen“, sagt der Jagdvereinsvorsitzende.

Flaggschiff des Naturschutzes 

Die Wildkatze ist vor allem auch eine Flaggschiffart für den jagdlichen Naturschutz. Vernetzungsstreifen helfen nicht nur den Wildkatzen, sondern auch Igeln, Rehen, Hasen, Haselmäusen, Fledermäusen, aber auch Vögeln, die in den Hecken nisten - wie Neuntöter und Dorngrasmücke.

Aufforstung von Wildkatzenwäldern

Eine andere Möglichkeit, einen Teil des Geldes zu verwenden, könnte es laut Verein sein, dort, wo der Wald durch den Klimawandel abgestorben ist, auf einer ausgesuchten Fläche wieder einen klimastabilen „Wildkatzenwald“ aus einheimischen Baumarten anzupflanzen. „Jeder einzelne Euro wird vollständig für den Schutz der Wildkatzen eingesetzt“, versichert der Eschweger Jagdverein.

Der Zusatzgewinn aus der Hessischen Umweltlotterie Genau gebe Mut, sich als Jäger auch in der Zukunft für den Schutz bedrohter Wildarten einzusetzen.“  red

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare