25 Jahre nach Mauerfall: Viele Pendeln noch immer von Thüringen nach Hessen

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Werra-Meißner. Auch 25 Jahre nach dem Mauerfall ist die Zahl derjenigen, die von Ost nach West zur Arbeit pendeln, deutlich größer als umgekehrt. Wie aus Statistiken der Agentur für Arbeit hervor geht, haben im vergangenen Jahr 25 027 Menschen aus Thüringen in Hessen gearbeitet.

Gleichzeitig fuhren nur 5630 Hessen ins Nachbarland - das Verhältnis liegt also bei 5:1.

Anders im Werra-Meißner-Kreis, wo es „nur“ doppelt so viele Einpendler wie Auspendler gibt. Immer mehr Menschen aus der Region arbeiten in Thüringen, ihre Zahl ist seit 2004 um 29 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr gab es 1381 Pendler nach Thüringen. „Mittlerweile sehen viele dort bessere Perspektiven“, so Siegfried Rauer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner-Kreis (WFG). Laut Uwe Kümmel, Leiter der Arbeitsagentur im Werra-Meißner-Kreis, haben viele im Raum Eisenach und Creuzburg Arbeit gefunden oder seien bei thüringischen Zeitarbeitsfirmen angestellt. Zudem habe sich das Lohngefälle abgemildert.

3272 Thüringer arbeiteten im Werra-Meißner-Kreis, die Hälfte stammt aus dem Eichsfeld-Kreis. Ihre Zahl ist über die Jahre nur leicht gesunken. Die Einpendler seien wichtig, sagt Rauer. „Die Rekrutierung von Arbeitskräften beschränkt sich nicht mehr auf drei Himmelsrichtungen, sondern mit der Grenzöffnung auf vier umliegende Arbeitsmärkte.“ Gezielt in Thüringen werben würden die Firmen jedoch nicht. „Einpendler aus Thüringen sind in nahezu allen Wirtschaftsbereichen zu finden“, berichtet Rauer. Sie arbeiten im gesamten Kreisgebiet, nicht nur nahe der Landesgrenze, und zwar vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel.

Die meisten Pendler sind übrigens Männer: 2013 pendelten 16 848 Männer von Thüringen nach Hessen, aber nur 8179 Frauen. Das hänge wohl mit den traditionellen Geschlechterrollen zusammen, vermutet Rauer. Es ändere sich aber langsam. (fst)

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