Skater Eschwege: Sie haben Nachhaltiges geschaffen

Viele Skater sitzen auf einer Rampe.
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Wiedersehen nach 20 Jahren: Das Foto stammt aus der kurzen Blütezeit des Skatevereins.

Rund 20 Jahre nach Einweihung des Skateplatzes in Eschwege und Gründung des Vereins Skate-Crew haben sich jetzt ehemalige Mitglieder wiedergetroffen, um an alte Zeiten zu erinnern.

Eschwege.  Rund 20 Jahre nach Einweihung des Skateplatzes an der Grebendorfer Chaussee und Gründung des Vereins Skate-Crew Eschwege haben sich jetzt ehemalige Mitglieder in Eschwege wiedergetroffen, um an alte Zeiten zu erinnern und ihrer Leidenschaft von damals – dem Skateboardfahren – in ihrer Heimatstadt nachzugehen. Die Jugendlichen von damals sind als heute Erwachsene dazu aus Kiel, Hamburg, Leipzig, Oldenburg, Düsseldorf, Gießen, Kassel, Dortmund oder Mainz zurück nach Eschwege gereist.

20 Mitglieder sind gekommen 

Organisiert hat das Treffen Nils Degenhardt, der heute in Kiel lebt. Der ehemalige Fußballer der SV 07 Eschwege hat rund 20 Mitglieder nach Eschwege gelockt, um sich an alte Zeiten zu erinnern und ein paar Runden auf dem Skateplatz zu drehen, der ihrer Initiative zu verdanken war.

Aktive Skaterszene in Eschwege 

Ende der 1990er-Jahre hatte sich eine aktive Skater-Szene in Eschwege entwickelt, die auch Wettbewerbe in Eschwege ausrichten wollte. Ein erster sogenannter Contest fand 1997 auf dem Eschweger Werdchen statt. Weil die Fläche an der Tränenbrücke aber oft nicht nutzbar war und sich Anwohner über den Lärm beschwerten, wurde nach Alternativen gesucht. Zusammen mit Jugendpfleger Rigobert Gaßmann von der Stadt Eschwege entwickelten die Jugendlichen ein Konzept.

Skaterplatz an Grebendorfer Chaussee entstand 

Sie bauten Rampen unter Anleitung und fanden einen neuen Platz am Parkplatz zwischen Eschwege und Grebendorf. „Das war eine sehr aktive Truppe, die Nachhaltiges für Eschwege auf die Beine gestellt hat“, erinnert sich Gaßmann heute.

Denn aus den Workshops resultierte nicht nur ein viel frequentierter Platz, den es heute noch gibt, sondern auch ein eingetragener Verein. Um rechtlich abgesichert zu sein und weitere Wettbewerbe zu veranstalten, wurde 1999 die Skate-Crew Eschwege gegründet. „Das hat vieles einfacher gemacht“, erinnert sich der erste Vorsitzende Sebastian „El Presidente“ Dölle, der heute in Neuseeland lebt, an die Anfänge. Die Kommunikation mit der Stadt und Sponsorensuche wurden beispielsweise unkomplizierter. 

Skate Crew schloss sich Hessischer Sportjugend an 

Die Skate Crew hat sich der Hessischen Sportjugend angeschlossen und 2001 wurden die Hessischen Meisterschaften im Skateboardfahren ausgerichtet. „Da kamen Fahrer aus ganz Deutschland“, sagt Dölle, der zur Gründung des Vereins mit 18 Jahren jüngster Sportvereinsvorsitzender in Hessen war.

Blütezeit des Vereins war nur kurz

Die Blütezeit des Vereins ging so schnell vorbei, wie sie kam. Ein Großteil des Vorstands und der Mitglieder zerstreuten sich nach dem Abitur zum Studium in ganz Deutschland. Vinh Nguyen, der heute an der Marktstraße in Eschwege einen Skateladen betreibt, konnte den Zerfall als nächster Vorsitzender nicht aufhalten. Nach zwischenzeitlich fast 50 Mitgliedern erlosch das Vereinsrecht beim Amtsgericht Eschwege im September 2004 wegen „Wegfall der Mitglieder“. Die Stadt Eschwege kümmert sich heute um den sanierten und neu aufgebauten Platz und investiert jährlich 5000 Euro in die Instandhaltung.

Treffen sollen nun jährlich stattfinden

Jetzt kam ein Teil des ehemaligen Vereins also wieder zusammen. „Tatsächlich sind auch alle viel gefahren und wir hatten einen wunderbaren Abend zusammen“, berichtet Nils Degenhardt. Dieses Treffen soll jetzt jedes Jahr stattfinden. Und weil die Skater schon immer einen Sinn fürs Gemeinwohl hatten, haben sie an diesem Abend gesammelt und gespendet. 230 Euro sind so für das Eschweger Tierheim zusammengekommen, die sofort übergeben wurden.

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