Die Jugendlichen von Ten Sing rocken mit ihrer selbst geschriebenen Show das E-Werk

Jeder darf ans Mikrofon

Selbst geschrieben, selbst gesungen, selbst gespielt: Mit ihrer Show erproben die Jugendlichen von Ten Sing ihre musikalischen Talente und entwickeln Selbstbewusstsein beim Spiel auf der Bühne. Foto: Weber

Eschwege. Ten Sing sei keine Kampfsportart, weisen die Jugendlichen eigens auf die musikalische Ausrichtung der Gruppe hin. Bei ihnen steht der Spaß an der Musik und am Performen im Vordergrund.

Die erste Ten-Sing Gruppe wurde 1968 in Norwegen gegründet. Seit 1995 können Jugendliche ab 13 Jahren auch in Eschwege bei Ten Sing mitmachen.

Immer Donnerstagabend probt die Gruppe von 18 bis 20.30 Uhr im CVJM-Haus an der Leuchtbergstraße in Eschwege, um einmal im Jahr eine Show auf die Beine zu stellen. „Bei uns können Jugendliche jederzeit dazukommen und mitmachen“, sagt der Jugendarbeiter des CVJM, Marc Dobat. „Mit Ten Sing haben wir das Ziel, jungen Leuten zu ihrem kreativen Potenzial zu verhelfen. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit haben, Selbstbewusstsein zu entwickeln und sich auf der Bühne auszuprobieren.“

Ob das nun das Singen betrifft, das Tanzen oder das Schauspiel. In der Show, die die Jugendlichen selbst geschrieben hatten, wurden alle kreativen Formen miteinander vereint. Dabei kam es nicht darauf an, der beste Sänger zu sein. Wer nicht einzeln singen wollte, konnte es auch im Chor versuchen. Dennoch zeigt das Ensemble mit Marvin Gaßmann und Hannah Sachs, dass es auch sehr gute musikalische Talente mit starken Stimmen in seinen Reihen hat.

Das Thema der Show beschäftigte sich sehr frei nach Goethe mit den Leiden eines jungen Mannes beim Suchen und Finden der ersten Liebe. Im Mittelpunkt der Spielhandlung stand Max (Fioravani) der gerne bei Ten Sing mitmachen wollte. Doch die Clique aus supercoolen Jugendlichen, mit der er sonst abhing und in der es ihm die hübsche Lilli besonders angetan hatte, durfte von diesem Hobby nichts wissen.

In ihren Augen waren die christlichen Ten Singers das Gegenteil von cool. Natürlich platzte das Geheimnis, doch Max bekannte sich zu seinem Hobby und schließlich klappte es auch noch mit Lilli. Gruppendruck und die Abgrenzung von Subkulturen spielen in der Welt der Jugendlichen eine große Rolle. „Doch die Ten Singers lassen sich davon nicht einschüchtern“, lautete die Botschaft.

Im Wechsel mit Rocknummern trieben sie den Handlungsbogen voran. Besonders viel Applaus erhielt am Ende die Ten-Sing-Chor-Version von „Have a nice day“ von Bon Jovi. Und auch Lorenz Kalden, der mit „She’s got the Look“ von Roxette überzeugte, wurde zu einer Zugabe auf die Bühne gerufen.

Von Kristin Weber

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