Platz drei in Hessen: Im Werra-Meißner-Kreis wird strikt getrennt

Jeder im Kreis spart 33 Kilogramm Müll ein

Eschwege. Der Werra-Meißner- Kreis gehört zu den Landkreisen in Hessen, die am wenigsten Müll produzieren. Pro Kopf waren es 2011 388 Kilogramm. Diese Zahlen hat jetzt das Statistische Landesamt in Wiesbaden herausgegeben.

Noch weniger Müll produzieren nur die Menschen im Vogelsbergkreis (385 kg) und die Nachbarn aus Hersfeld-Rotenburg (357 kg). Im Vergleich zu 2010 wurden pro Kopf über 33 Kilogramm eingespart. Das entspricht fast acht Prozent. Hessenweit wurden lediglich 0,5 Prozent eingespart.

Jeder hessische Einwohner erzeugte rein rechnerisch durchschnittlich 476 Kilogramm Haushaltsabfälle. Das waren 4,5 Kilogramm weniger als 2010. Mit 473 Kilogramm lag das Pro-Kopf-Aufkommen im Regierungsbezirk Darmstadt leicht unter dem Landesdurchschnitt. Dagegen lag dieser Wert in den Regierungsbezirken Gießen mit 482 Kilogramm und Kassel mit 480 Kilogramm über dem Landesmittel.

Im Werra-Meißner-Kreis sind 2011 knapp 40 000 Tonnen Abfall angefallen. 2010 waren es noch 43 700 Tonnen (Platz 6). Besonders rückläufig waren die Mengen von Haus- und Biomüll. Dr. Rainer Wallmann, Umweltdezernent des Werra-Meißner-Kreises, macht das fast kreisweit umgesetzte Identifikationssystem für den Rückgang verantwortlich. 2011 hatte Sontra als vorletzte Kommune umgestellt. Deswegen hat sich das Ergebnis noch einmal verbessert. Mittlerweile werden nur noch in Witzenhausen die Gebühren pauschal eingezogen, aber auch hier hat eine Veränderung des Sammelrhythmus 2012 schon Wirkung gezeigt. Außerdem werden jetzt kleinere Tonnen angeboten. Alle Mitglieder des Abfallzweckverbands sowie die Kreisstadt Eschwege rechnen bereits seit Jahren nach dem Identsystem ab. „Die Menschen sind scheinbar erst zum Umdenken bereit, wenn es an ihren Geldbeutel geht“, sagt die Umweltberaterin des Kreises Gabriele Maxisch.  

Von Tobias Stück

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