Jeder siebte Arzt im Kreis ist aus dem Ausland

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Hausarztpraxis

Werra-Meißner. Im Werra-Meißner-Kreis praktizieren 384 Ärzte, von denen 53 – also jeder Siebte – ausländischer Abstammung seien. An den zwei Standorten des Klinikums Werra-Meißner in Eschwege und Witzenhausen behandeln laut Klinikumssprecherin Judith Strecker 126 Ärzte, von denen 80 Assistenzärzte sind.

Sowohl Ärzte als auch Alten- oder Krankenpfleger, Hebammen und Physiotherapeuten betreffend hat der Anteil ausländischer Fachkräfte hessenweit zugenommen. Nach Angaben der Landesärztekammer Hessen sind insgesamt 35 978 Ärzte tätig. Davon kommen 3553 aus dem Ausland.  Zur Zeit befänden sich davon 22 ausländische Assistenzärzte in der Weiterbildung zum Facharzt. Laut Prof. Dr. Hans-Jürgen Kock, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Werra-Meißner, bewerben sich immer mehr Mediziner aus dem Mittleren und Nahen Osten auf die – insbesondere in strukturschwächeren Regionen Deutschlands – vakanten Weiterbildungsstellen. Die ausländischen Assistenzärzte im Klinikum stammen aus dem Jemen, Syrien, Libyen, Russland, Serbien und Aserbaidschan. Neben den 22 Assistenzärzten seien außerdem fünf weitere Mitarbeiter im Klinikum ausländischer Herkunft. Laut Christoph Süß, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt, hat sich auch die Zahl der Anträge auf Anerkennung ausländischer Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen im Vergleich zu 2006 beinahe versechsfacht. Aus ganz Hessen seien im vergangenen Jahr 1580 Anträge eingereicht worden. Davon handele es sich bei 1000 Antragstellern um Nicht-EU-Bürger. Mittels eines Anerkennungsverfahrens müssten diese bis zu eineinhalb Jahren an Weiterbildungen teilnehmen. Fast die Hälfte aller Anträge aus dem vergangenen Jahr stellten Fachkräfte aus Serbien und Bosnien-Herzegowina, die in der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege tätig sind. (neu)

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