Hessenweit rangieren Jugendliche auf vorletztem Platz

Nur jeder vierte Schüler macht im Kreis Abitur

Werra-Meißner. In kaum einer anderen Region in Hessen haben im Schuljahr 2014/2015 so wenig Jugendliche ihr Abitur gemacht wie im Werra-Meißner-Kreis.

Der belegt mit 26,7 Prozent den vorletzten Platz, nur im Vogelsberg-Kreis war der Anteil mit 23,3 Prozent noch geringer. Das belegen Daten des hessischen statistischen Landesamtes. Die meisten Abiturienten weist Darmstadt mit 60,6 Prozent am Anteil der Schulabgänger auf.

Für Anita Hofmann, Amtsleiterin beim Staatlichen Schulamt Bebra und zuständig für den Werra-Meißner-Kreis, ist das kein Grund, die gymnasialen Angebote im Kreis infrage zu stellen. „Wir sind hier garantiert nicht gymnasial unterversorgt, daran liegt die geringe Quote nicht“, macht sie klar. Sie führt die Unterschiede auch auf die regionalen Gegebenheiten zurück: „Bei uns werden die Haupt- und Realschüler von den Unternehmen intensiv umworben, das zeigen die Fachmessen in den Schulen.“ Dadurch würden sich viele für eine Ausbildung statt für einen gymnasialen Abschluss entscheiden.

Dass es in Darmstadt und auch in den anderen Städten eine höhere Quote als in den ländlichen Gebieten gibt, hat für Hofmann drei Gründe: Zum einen lebe das Bildungsbürgertum eher in den Ballungsgebieten, zum anderen schicken aber auch Eltern aus dem Umland ihre Kinder lieber in die Stadt auf ein reines Gymnasium als auf eine Gesamtschule mit gymnasialem Zweig in ihrem Kreis. Und zum Dritten üben auch Hochschulen, die überwiegend in den großen Städten zu finden sind, einen Reiz auf die Jugendlichen aus: „Die haben dann das Ziel vor Augen, diese besuchen zu wollen.“

Für die Zukunft erwartet Hofmann aber auch für den Kreis bessere Zahlen: „Unsere Übergangsquoten von den Grundschulen an die Gymnasien liegen zum Teil um die 50 Prozent. Das wird sich dann auch widerspiegeln.“

Von Constanze Wüstefeld 

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