Jeder zehnte Bauernhof im Kreis wird inzwischen nach Bio-Regeln betrieben

Werra-Meißner. Die Zahl der ökologischen Betriebe, die von der Hessischen Landesregierung gefördert werden, ist im Werra-Meißner-Kreis im Jahr 2017 abermals gestiegen.

Bio ist beliebt – zunehmend auch bei Landwirten. Waren es 2016 noch 91 Höfe, die biologisch wirtschafteten, belief sich die Zahl für das vergangene Jahr auf 102. Dies entspricht 10,5 Prozent aller Höfe im Landkreis.

„Das ist meist überhaupt keine ideologische Entscheidung“, sagt Dr. Rainer Wallmann, Erster Kreisbeigeordneter und Dezernent für Landwirtschaft und Umwelt im Werra-Meißner-Kreis. Für Landwirte ginge es um die Frage, wie sie künftig wirtschaftlich bestehen können. Während konventionelle Betriebe abhängig vom anonymen Weltmarkt seien, biete die ökologische Landwirtschaft dank höherer Qualität auch höhere Preise.

Umstellung auf Ökolandbau benötigt Planung

Dass der Wechsel nicht einfach ist, betont Sabine Marten von der Ökolandbau-Modellregion Nordhessen. Das Projekt fördert den Anbau, die Verarbeitung und den Vertrieb von Bio-Lebensmitteln. „Die Umstellung erfordert weitreichende Kenntnisse zu dieser Bewirtschaftungsform und Planungen“, sagt Marten.

Das weiß auch Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands im Werra-Meißner-Kreis. Der Verband unterstütze Umsteller bei Behördengängen und bei der Suche nach Vermarktungswegen. Auch werbe man bei Banken für die Landwirte – denn der Wechsel koste. Ställe müssten umgebaut werden und Früchte dürften während der Umstellungsphase noch nicht zu Bio-Preisen verkauft werden.

Boden und Klima speilen größere Rolle

„Umsteller müssen sehr viel Ahnung von Landwirtschaft haben“, sagt Roth. Boden und Klima spielten eine größere Rolle als bei konventionellen Betrieben. Zudem seien Bio-Betriebe abhängiger vom Preisniveau, während konventionelle Landwirte Restbestände günstiger an Großmärkte verkaufen könnten. 

Hessen fördert Ökolandbau

Das Land Hessen fördert Ökolandbau über das hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM). Ein Ökobetrieb erhält für Grünland 190 Euro je Hektar und Jahr, für Ackerland 260 Euro, für Gemüseflächen 420 Euro und für Dauerkulturen wie Obstflächen 750 Euro. 

Auch werden bis zu 600 Euro als Zuschuss für Kontrollgebühren gezahlt. „Wir werden auch in Zukunft diejenigen unterstützen, die Ökobetriebe werden möchten“, teilt das Landwirtschaftsministerium mit. Für 2018 und 2019 stehen je 20 Millionen Euro für Anträge von Bauern zur Verfügung, die sich für einen Biobetrieb oder eine Vergrößerung entscheiden. 

Von Maximilian Beer und Boris Naumann

Rubriklistenbild: © dpa

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