Erster Haarschnitt seit sechs Wochen

Kammbäck der kurzen Haare: Jetzt haben alle Frisöre wieder auf

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Die Matte ist ab: Korinna Opfermann vom Haarstudio am Stad hatte am ersten Tag nach der Wiedereröffnung alle Hände voll zu tun. Seit Tagen bemühten sich die Kunden um Termine.

Nach sechs Wochen haben am Montag die ersten Frisöre wieder geöffnet. Alle haben seit Dienstag den Betrieb wieder aufgenommen. Einiges ist anders im Friseursalon, vieles vertraut.

„Bitte desinfizieren Sie sich erst mal die Hände“. Nach einer kurzen Begrüßung im Haarstudio geht alles seinen geordneten Gang. So, als wäre es schon immer so gewesen, Mit frisch gereinigten Hände geht es in den Wartebereich. Der ist leer. Das muss auch so sein. Auch zu zweit könnte man den Abstand einhalten, Wartezeiten hat Salonchefin Korinna Opfermann aber keine eingeplant. So fragt auch keiner der Kunden nach einem Kaffee oder der Werra-Rundschau. Beides ist derzeit für die Kunden gestrichen. So schreibt es der Hygieneplan vor.

Hygieneplan vom Zentralverband des Friseurhandwerks

Den gab es vom Zentralverband des Friseurhandwerks. „Wir fühlen uns hier gut begleitet“, sagt Frank Fechtel, Innungsmeister der Frisöre im Werra-Meißner-Kreis. Zumindest in der Theorie. „Wie es in der Praxis funktioniert, werden wir sehen“, sagt Fechtel, der sein Geschäft erst heute eröffnen wird.

Praxistest bestanden

Korinna Opfermann hat den Praxistest hinter sich und ist zufrieden. „Große Umstellungen im Alltag habe ich nicht festgestellt“, sagt sie am Montagabend kurz vor Ladenschluss. Klar, die Maske nerve Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen. Für die Sicherheit sei das verkraftbar. Fünf Angestellte arbeiten gleichzeitig. Die Sicherheitsabstände könnten so gewahrt werden. Der Terminkalender für die nächsten zwei Wochen ist voll. „Das ist auch gut so“, sagt die Chefin. Von Montag bis Samstag werde jetzt durchgearbeitet. Seit sechs Wochen kamen schließlich keine Einnahmen mehr. Im Gegenteil: Um wieder öffnen zu dürfen, musste in Hygienemaßnahmen investiert werden. Udo Fissmann beispielsweise gab für seine drei Salons in Eschwege, Röhrda und Datterode mehrere Tausend Euro aus.

Allendorfer Frisör legt Nachtschicht ein

Auf die Wiedereröffnung freuten sich alle. Friseurmeister Peter Dilcher hat seinen Salon in Allendorf beispielsweise am Montag schon um 0.01 Uhr geöffnet. Zum frühestmöglichen Zeitpunkt schloss er sein Geschäft auf. Das kam an. Insgesamt 17 Kunden, überwiegend Männern, haben Peter Dilcher und Alexandra Acevedo bis zum frühen Morgen die Haare geschnitten.

Haarewaschen ist jetzt Pflicht

Alles wie immer war dann auch am Haarstudio am Stad nicht. Einfach mal zwischendurch zum Haareschneiden kommen, ist momentan nicht drin. Termine müssen sein. Und vor dem Haarschnitt werden jedem Kunden die Haare gewaschen. „Endlich“, sagt Korinna Opfermann, die sich seit ihrer Ausbildung nach diesen Hygienemaßnahmen sehnt. „Wenn das jetzt immer so bleibt, hätte die Krise sogar etwas Gutes.“

Neue Hygienevorschriften

Im Friseursalon müssen sich Frisöre und Kunden nach strengen Hygienevorschriften richten, die der Zentralverband des Friseurhandwerks herausgegeben hat. Dazu gehören nach Angaben von Innungsmeister Frank Fechtel für beide Seiten die Desinfektion der Hände und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Es gilt die Abstandsregelung. Kunden müssen ihre Kontaktdaten schriftlich hinterlegen und sich die Haare waschen lassen. Zeitschriften oder ein Kaffee werden nicht mehr ausgegeben. Der Frisierende selbst ist verpflichtet, sich nach jedem Kunden die Hände zu waschen, Werkzeug, Stuhl und Ablage zu desinfizieren und Gesichtsmaske und Schutzumhang zu wechseln. Die Preise sind in allen Salons gestiegen. Ein Männer-Haarschnitt kostet jetzt etwa ein Drittel mehr

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