THW und DLRG holen am Südufer letztes Holz aus dem Werratalsee

Naturfreibad kann kommen: Letztes Holz aus dem Werratalsee geholt

Ein Bagger des Technischen Hilfswerk hebt Holz aus dem Werratalsee auf einen Kipplaster.
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Schweres Gerät: Die Ortsgruppe Eschwege des Technischen Hilfswerks war mit Bagger, Kipplaster und Seilwinde im Einsatz, um die mehreren Tonnen Holz aus dem Wasser abzutransportieren. 

Zum zweiten Mal innerhalb von acht Monaten haben das Technische Hilfswerk (THW) und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) mehrere Tonnen Holz vom Grund des Werratalsees geborgen. Dem Naturfreibad steht jetzt nichts mehr im Weg.

  • Erneut wurden mehrere Tonnen Holz aus dem Werratalsee geborgen
  • Bei letzter Bergung im November wurde 5000 Jahre alter Eichenstamm aus dem See geholt
  • Das geplante Naturfreibad am Werratalsee kann jetzt kommen

Das Holz musste entfernt werden, damit die Arbeiten für das geplante Naturfreibad am Werratalsee voranschreiten können. Aufgrund der Corona-Pandemie war es hier zu Verzögerungen gekommen. Bei den Arbeiten am Samstag wurden nicht so große Mengen geborgen wie bei der ersten Aktion im November vergangenen Jahres.

Durch die Corona-Pandemie durften die Taucher der DLRG in den vergangenen Monaten nur zu „echten“ Gefahreneinsätzen ausrücken. „Übungen und solche Hilfeleistungen wie hier beim THW waren nicht gestattet, um das Ansteckungsrisiko mit Covid-19 zu verringern“, sagt Vorstandsmitglied Thomas Engelhardt. Und der Einsatz der erfahrenen Taucher der DLRG war bei dem Einsatz ab Samstag unabdingbar. Teilweise einen halben Meter tief im Schlick des Sees lagen die Baumstämme.

Voller Körpereinsatz für einen holzfreien See.

Zehn Stück hatten die Taucher zuvor in mehreren Tauchgängen ausfindig gemacht, die sie mit Bojen markiert hatten. Die Aufgabe der Taucher bestand darin, das Seil der Winde um das Holz zu legen. Dabei hatten sie an diesem Wochenende relativ gute Sichtbedingungen. Bis zu zwei Meter weit konnten sie schauen.

„Zumindest so lange, bis wir durch unsere Arbeit den Grund aufgewirbelt haben – dann mussten wir uns wieder durch das Wasser tasten“, sagt Jens Stöber, Technischer Leiter Einsatz bei der DLRG.

Naturfreibad am Werratalsee kann kommen: Wieder alte Holzstücke geborgen?

Die starke Winde des THW hat die teils tonnenschweren Baumstämme, die nach jahrelangem Aufenthalt im See mit Wasser vollgesogen waren, herausgezogen. Rund vier Tonnen Holz sind auch diesmal zusammengekommen. Die Durchmesser lagen bei 30 bis 40 Zentimeter.

Die DLRG war mit 16 Tauchern und Rettungsschwimmern im Einsatz, um das Holz unter Wasser mit einem Seil zu sichern. Bojen markierten die Baumstämme.

Einer der Baumstämme aus dem Werratalsee musste für den Transport zersägt werden. Mit einem Bagger wurde das Holz anschließend auf einen Kipplaster der Ortsgruppe Eschwege verladen. „Es gab dieses Mal keine Schwierigkeiten oder Überraschungen“, sagt THW-Einsatzleiter Jannik Lange. Noch im November hatten sie einen riesigen, 5000 Jahre alten Eichenstamm aus dem Wasser geholt. Die Zusammenarbeit mit dem DLRG bezeichnete er als professionell. „Wir sind mittlerweile sehr gut eingespielt.“

Ob wie beim letzten Einsatz im November wieder so alte Holzstücke geborgen wurden, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Das Holz wurde sofort abtransportiert, um es professionell zu trocknen und zu bestimmen.

Werratalsee-Südufer wegen Corona gesperrt

Sämtliche Aufträge zum Bau des Naturfreibads mit filtriertem Werratalsee-Wasser sind vergeben. Die Fundamente zur Befestigung der Tauchplane soll die Baufirma Küllmer aus Reichensachsen ausführen, die Vorbereitungen für die Tauchplane übernehmen die Stadtwerke Eschwege und die Plane selbst wird ein Spezial-Unternehmen aus Kirchworbis einbauen.

Auch die Tauchplane ist inzwischen – nach Lieferschwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie – eingetroffen. Rund eineinhalb Wochen sind für den Bau des etwa einen Hektar, also 10 000 Quadratmeter, großen Naturfreibads kalkuliert. Bis zum 23. Juli, so hofft es Markus Mengel, Fachbereichsleiter des Tiefbauamtes Eschwege, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Baden am Südufer bei Eschwege wird deshalb nach heutigem Stand vorerst nicht möglich sein. Das hat nichts mit der Wasserqualität des Werratalsees zu tun. Vielmehr können die Abstands- und Hygieneregeln nur schwer angewandt werden. „Aus Sicht des Gesundheitsamtes ist es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht umsetzbar, die Hygiene- und Abstandsregeln anzuwenden sowie dauerhaft zu kontrollieren“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe.

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