Jörg Heinz will Bürgermeister von Eschwege werden

Bürgermeisterkandidat: Jörg Heinz tritt an, Bürgermeister zu werden. Am 7. Juni kandidiert der sozialdemokratische Stadtverordnete gegen Amtsinhaber Alexander Heppe (CDU). Die Neugestaltung des Schlossplatzes zählt er zu seinen Lieblingsprojekten. Foto: Sagawe

Eschwege. Am 7. Juni tritt Jörg Heinz (SPD) an, um Bürgermeister von Eschwege zu werden. Nach Amtsinhaber Alexander Heppe (CDU) stellen wir heute auch den Herausforderer, seine Impulse und seine Ziele vor.

Eschwege. Er genießt den Naturraum, die Landschaft in und um Eschwege. Der Zusammenhalt der Menschen ist ihm wichtig: Vertrautheit bedeutet Lebensqualität. Jörg Heinz fühlt sich wohl in der Region. Er engagiert sich in der Stadt, für die er längst tiefes Heimatgefühl entwickelt hat. Im Juni will der 54-jährige Sozialdemokrat Bürgermeister in Eschwege werden.

Den Entschluss zur Kandidatur hat Heinz auch gefasst, um Dinge zu ändern, die ihn stören und zu verbessern, wo er Potenzial sieht. „Mich ärgert, dass Städte wie Eschwege vom Land allein gelassen werden“, sagt er und schimpft auf die „verfehlte Strukturpolitik“. Wo das Land Hilfe verweigert, ist eigene Anstrengung umso gefragter. Eschwege leidet unter dem Bevölkerungsrückgang, obwohl der Zuzug größer ist als die Abwanderung.

Hier sieht Heinz Entwicklungsmöglichkeiten und eine Chance den Trend zu stärken darin, die Schaffung von gefragtem Wohnraum zu forcieren. „Nach meiner ersten sechsjährigen Amtszeit soll Eschwege die 20 000-Einwohner-Grenze wieder überschritten haben“, nennt er als Ziel. Die Weiterentwicklung der Innenstadt mit Schloss- und Nikolaiplatz gehört ebenso zu den Vorhaben mit Priorität wie die Sanierung des Werratalsees. „Wir müssen alle Register ziehen“, macht der Kandidat deutlich, dass gerade der See höchsten Stellenwert hat.

Den Entschluss zur Kandidatur hat Heinz gefasst, nachdem Erster Stadtrat Reiner Brill seinen Verzicht öffentlich gemacht hatte; der Impuls dazu liegt deutlich weiter in der Vergangenheit und hat seine Wurzeln eigentlich schon 1989. In dem Jahr wurde nicht nur die innerdeutsche Grenze geöffnet. In Eschwege steckte einer Gruppe junger Menschen „die Köpfe zusammen, um etwas für die Stadt zu tun“, erinnert sich Heinz daran, dass „die gewachsene Entscheidung“ ihren Ursprung im deutschen Wendejahr hat. Die Gruppe, die seinerzeit in Klausur mit dem damaligen Bürgermeister Jürgen Zick über die Zukunft Eschweges nachdachte, steht heute an der Spitze der SPD-Stadtverordnetenfraktion.

In der damaligen Kreisstadt-SPD Fuß zu fassen, sei nicht einfach gewesen, erzählt Heinz. „Wir haben bewusst Tabubrüche inszeniert, um Themen zu kreieren“, erinnert er sich. Das sei auf Misstrauen gestoßen und als respektlos empfunden worden, habe aber nie zu grundsätzlicher Ablehnung geführt. „Ich hätte nichts dagegen, wenn es heute junge Leute gäbe, die diese Rolle übernehmen würden“, wünscht Heinz sich mehr jugendliches Politik-Engagement.

Von Harald Sagawe

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