Werra-Meißner-Kreis: Jugendamt muss seltener eingreifen

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Werra-Meißner. Das Jugendamt des Werra-Meißner-Kreises musste im vergangenen Jahr erstmals weniger Hilfen zur Erziehung geben als in der Vergangenheit. Das hat die Auswertung der Jugendhilfestrukturdaten ergeben. Im Gegensatz zum hessenweiten Trend gehen damit die Fallzahlen in der Region zurück.

 In 454 Fällen wurde das Jugendamt 2013 aktiv. Gezählt wurden dabei Hilfen für Kinder, junge Erwachsene und die Eingliederungshilfen. Ein Jahr zuvor waren es noch 483 Fälle. Der Höchststand wurde 2011 mit 505 Einsätzen erreicht. Ilona Friedrich, Leiterin des Jugendamtes, führt die gesunkenen Zahlen auf die Einführung der „Aufsuchenden systemischen Familienberatung“ (ASF) zurück. „Zwei erfahrene Mitarbeiter arbeiten intensiv mit den Familien und suchen nach Alternativen zu einer stationären Unterbringung der Kinder“, sagt Friedrich. Zuerst werde innerhalb der Familien nach Lösungen gesucht, bevor die Kinder ins Heim gehen. Auch hier sind die Zahlen zurückgegangen. Während 2012 noch 56 junge Menschen in Heimen untergebracht wurden, waren es 2013 nur 50. Eine ähnliche Entwicklung liegt in der stationären Eingliederungshilfe vor. Statt 37 musste 2013 nur 30 Kindern und Jugendlichen geholfen werden. Gestiegen sind Meldungen zu einer möglichen Kindeswohlgefährdung. 2013 gingen insgesamt 195 Anzeigen beim Jugendamt des Kreises ein. 2012 waren es nur 175. Diese Daten würden nach Auskunft des Jugendamtes ständig steigen. Die Zahl der Inobhutnahmen ging von 52 auf 40 zurück. „Die eingehenden Meldungen wurden alle ernst genommen, das Verfahren wurde aber an rechtliche Bestimmungen angepasst“, erklärt Ilona Friedrich. Für die Verbesserung macht sie auch die Verstärkung der Präventionsmaßnahmen verantwortlich. Familienhebammen werfen schon einen Blick auf gefährdete Schwangere.

Lesen Sie in der Montagsausgabe der Werra-Rundschau auch ein Interview mit der Leiterin des Jugendamtes Ilona Friedrich

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