Nur drei Städte leisten sich hauptamtliche Pfleger in Vollzeit

Jugendarbeit nur noch in wenigen Kommunen

Werra-Meißner. Nur drei der 16 Kommunen im Werra-Meißner-Kreis beschäftigen noch hauptamtliche Jugendpfleger mit vollen Stellen.

In neun Kommunen findet gar keine hauptamtliche Jugendarbeit statt, in vier Fällen gibt es Teillösungen.

In Eschwege, Witzenhausen und Hessisch Lichtenau sind die Stellen noch Teil des Haushaltsplans. „Wir wollen, dass sich die Jugendlichen in der Stadt wohlfühlen, damit sie später zurückblickend sagen, ,Das war eine gute Zeit, wir bleiben gern hier wohnen’“, sagt Michael Zimmermann, Fachbereichsleiter in Witzenhausen, wo neben zwei Jugendpflegerstellen auch eine Stelle für ein freiwilliges soziales Jahr und eine Teilzeitstelle für eine Verwaltungskraft eingeplant sind. „Bei uns werden die Angebote bei den Ferienspielen und der Ferienbetreuung außerordentlich gut angenommen“, sagt Eschweges Stadtkämmerer Reiner Brill und erklärt: „Bei der Selbstorganisation der Jugendzentren und -räume brauchen die Jugendlichen eine immer stärkere pädagogische Unterstützung.“

Zuletzt hatte die Gemeinde Wehretal ihre Kooperation mit der Awo im Mai beendet, in Meinhard und Wanfried gibt es seit Ende vergangenen Jahres keine hauptamtliche Jugendarbeit mehr, obwohl laut Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard im Haushaltsplan Geld für einen Jugendpfleger mit sechs Wochenstunden eingeplant ist. Der Kooperationspartner Awo könne die Stelle so aber nicht besetzen.

Kooperationsmodelle gibt es derzeit auch in Bad Sooden-Allendorf, Waldkappel und Sontra. Letztere beiden teilen sich dabei eine Stelle, in Sontra wird durch zwei weitere Pflegerinnen auf eine ganze Stelle ergänzt. Großalmerode hat einen Teilzeitarbeitsvertrag mit der Schulsozialarbeiterin der Valentin-Traudt-Schule geschlossen. „So ist die Mitarbeiterin im direkten Umfeld der Jugendlichen angesiedelt“, sagt Bürgermeister Andreas Nickel.

Von Lasse Deppe

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