Julphar-Areal wieder nutzen: Industriebrache soll Teil des Fördergebietes werden

Sanierung: Die Projektentwicklungsgesellschaft führt Gespräche mit dem Julphar-Eigentümer über die Entwicklung der Industriebrache. Foto: Sagawe

Das Julphar-Areal an der Max-Woelm-Straße in Eschwege wird Teil des Stadtumbaugebietes. Diese Beschlussempfehlung formulierte am der Bau- und Umweltausschuss.

Die Kreisstadt will die Entwicklung der Industriebrache fördern. Das Fördergebiet im Umfeld des Stadtbahnhofs wird außerdem um Flächen westlich des Bahnhofes erweitert. Teil des Sanierungsgebietes sind jetzt auch Grundstücke entlang der Bahnlinie westlich des Hausarztzentrums. Dort entsteht der neue Kindergarten. „Das Gebiet wird um Teile erweitert, die wir schon früher drin haben wollten“, sagte Bürgermeister Alexander Heppe. Julphar und das Gebiet um den Kindergartenstandort zählen dazu.

Eine Unternehmensgruppe aus dem Raum Stuttgart übernahm das Julphar-Areal im vergangenen Jahr. Die neuen Eigentümer firmieren unter dem Namen Maram GmbH mit Sitz in Eschwege. Vor dem Eigentümerwechsel scheiterten Versuche, das Gelände zu nutzen. Das frühere Pharmaunternehmen Woelm hatte nach dem Verkauf aus Familienbesitz mehrere Eigentümer. Zuletzt vor der Einstellung der Produktion am Standort Eschwege betrieb Julphar-Pharma mit Sitz in Dubai die Geschäfte.

Mit der Aufnahme in das Fördergebiet rechnet die Stadt mit deutlicher Unterstützung beim Kindergartenbau. Nach Einschätzung Heppes ist nach der Aufnahme ein siebenstelliger Zuschuss möglich. Mit der zusätzlichen Förderung könne jetzt, so Heppe, nachhaltiger gebaut werden.

Die Projektentwicklungsgesellschaft Eschwege will zunächst einen Trakt des Julphar-Geländes herrichten und ist diesbezüglich in Gesprächen mit den Eigentümern. „Wir hätten den Auftrag gern“, sagt Geschäftsführer und Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad. Es gebe in Eschwege viele Anfragen nach Hallen und Büros, so Conrad. „Julphar komplett zu entwickeln würde zehn Jahre dauern“, sagt Städteplaner Dominikus-Hyazinth Stein. „Das wird nur mit Fördermitteln machbar sein“, sagt er zur Wirtschaftlichkeit des Vorhabens.

Die gesamten Projektkosten beziffert der Planer mit 18,5 Millionen Euro. Einige Gebäude und Grundstücke in dem Quartier hätten städtebaulichen Neuordnungsbedarf. Die Umsetzung scheitert nach Einschätzung Steins daran, dass die Objekte zu marktgerechten Preisen nicht zu bekommen sind.

Stadtverordneter Stefan Fiege (SPD) forderte, über die Umplanung der Kreuzung Bahnhofstraße/Hindenlangstraße/Bundesstraße 249 nachzudenken. Fiege kann sich dort einen Kreisel statt der Ampelkreuzung vorstellen.

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