Unternehmen werden beim Werben um Fachkräfte kreativ

Junge Arbeitnehmer wollen Flexibilität

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urn:newsml:dpa.com:20090101:181023-90-024016

Eschwege – Für Unternehmen hat sich der Arbeitsmarkt nach Feststellung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) Werra-Meißner mit dem zunehmenden Fachkräftemangel grundlegend verändert.

„Heute sucht sich der Arbeitnehmer das Unternehmen aus und nicht umgekehrt“, sagt WfG-Geschäftsführer Dr. Lars Kleeberg. Für die Arbeitgeber sei das eine große Veränderung. „Sie müssen mit großer Vorausschau agieren“, so Dr. Kleeberg. 

Die Betriebe tun das inzwischen. Unternehmen setzen auf eigene Ausbildung sowie interne und außerbetriebliche Fort- und Weiterbildung. „Wir können uns die Preise am Markt für Ingenieure und IT-Spezialisten oft gar nicht leisten“, so Markus Lecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Eschwege, „deswegen bilden wir selbst aus, übernehmen Kosten für Meisterlehrgänge und duales Studium.“ So würden Mitarbeiter gebunden. Auf eigene Ausbildung setzt auch der Eschweger Hydraulik-Hersteller Pacoma. Personalchef Helmut Stoeber weiß aber auch: „In der Regel geht es immer über Geld.“ 

Finja Mieth von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hat festgestellt: „Die jungen Arbeitnehmer hinterfragen sehr viel, wenn es um ihre Arbeit geht.“ Unternehmen müssten sich darauf einstellen, wenn sie diese Generation haben wollten. Finanzielle Anreize rücken in den Hintergrund, die Organisation der eigenen Arbeit gewinnt an Bedeutung. 

„Das Materielle hat nicht mehr die Bedeutung von vor 20 Jahren“, sagt VR-Bank-Vorstand Uwe Linnenkohl. „Unsere Mitarbeiter wollen große Flexibilität. Es gilt Vertrauensarbeitszeit, moderne Arbeitsformen inklusive Homeoffice werden angeboten, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten gefördert.“

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