Gelungene Inszenierung auf der Waldbühne

Junges Theater spielt Shakespeares Sommernachtstraum

Träufeln den Saft der Liebesblume fälschlicherweise auf die Augen von Lysander (Marten von Specht): Puck (Karin Perels) und ihr Begleiter (Luca Schmerbach). Im Hintergrund sind der erste Elf (Johanna Platner, Zweite von rechts) und die Elfenkönigin Titania (Angelique Weck) zu sehen. Foto:  Salzmann

Eschwege.  Shakespeares Sommernachtstraum führt derzeit das Junge Theater Eschwege auf der   Waldbühne im Leuchtbergpark auf - der Auftakt war Samstag. Musikalisch begleitet wurde die Inszenierung von der Band Klontik.

Eschwege. Es ist eine Rolle, die ihr auf den Leib geschneidert ist: Karin Perels, die vor 30 Jahren ihre erste Bühnenerfahrung gesammelt hat (wir berichteten), verschmilzt mit der Figur des Hofnarren Puck aus William Shakespeares Sommernachtstraum.

Es sind die diebische Freude, das leichte Fauchen, die unentwegte Bewegung und nicht zuletzt die grandiose Kostümierung von Perels, die Puck so echt erscheinen lässt. Der ist der Hofnarr vom Elfenkönig Oberon, der sich mit seiner Gattin Titania um ein indisches Kind streitet. Weil sie ihm das nicht überlassen will, träufelt er ihr den Saft einer Liebesblume auf die geschlossenen Augenlider – beim Erwachen verliebt sie sich in den Ersten, den sie zu Gesicht bekommt.

Das ist der Handwerker Zettel, der eigentlich mit seinen Kumpanen ein Theaterstück zu Ehren der Hochzeit des Herzogs Theseus und dessen Verlobter Hippolyta einstudieren wollte, aber von Puck in einen Esel verwandelt wurde und beim Aufwachen von Titania direkt vor deren Gesicht erscheint – großartig gespielt von Heiko Alsleben, der wie auch die anderen Schauspieler kaum Requisiten zur Verfügung hat und nur durch seine Stimme in der Lage ist, verschiedene Gefühle zu transportieren und der während der Aufführung immer besser wurde.

Das war auch bei vielen der anderen Akteure bemerkbar, die alle bereits von Beginn an gut spielten, dem Finale der Komödie aber entgegenfieberten: Denn mit dem Saft der Liebesblume wurden auf Wunsch vom Elfenkönig Oberon nicht nur die Augen von Titania beträufelt, sondern auch fälschlicherweise die vom Edelmann Lysander. Der möchte gemeinsam mit Hermia (gespielt von Katharina Hämmerling mit einem grandios verliebten Blick) aus Athen fliehen, die jedoch Demetrius versprochen ist – in den wiederum Hermias Freundin Helena (sehr überzeugend: Johanna Beck) verliebt ist und dessen Augen eigentlich mit dem Liebessaft beträufelt werden sollten, damit er sich endlich von Titania loseisen und seine Zuneigung Helena schenken kann.

Wie nicht anders als beim Original auch finden sich am Schluss alle Liebespaare, die sich finden wollten; Streitereien werden ausgesöhnt. Wer den Sommernachtstraum des Jungen Theaters noch nicht gesehen hat, sollte das nachholen.  Drei Termine stehen in diesem Jahr noch zur Auswahl: am Samstag, 17. Juni, um 20 Uhr; am Sonntag, 18. Juni, um 18 Uhr; und am Samstag, 1. Juli, 20 Uhr. 

Junges Theater Eschwege zeigt Shakespeares Sommernachtstraum

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