Junges Theater bringt bis zum Frühjahr vier neue Stücke auf die Bühne

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Ismene stellt sich ihrer Geschichte: Charlotte Perels in dem Ein-Personen-Stück „..., Schwester von“.

Mit vier Produktionen wartet das Junge Theater Eschwege bis zum Sommer 2020 auf und bietet eine große Bandbreite an Genres. Die nächste Premiere findet bereits Samstag statt. 

„..., Schwester von“

von Lot Vekemans. Charlotte Perels steht seit ihrem vierten Lebensjahr auf der Bühne. Mit 16 Jahren spielte sie die Eliza in "My Fair Lady". In dem Stück von Lot Vekemans steht sie dieses Mal unter der Regie von Karin Perels alleine auf der Bühne.

Dreitausend Jahre hat niemand mehr an sie gedacht, war ihr Leben vergessen ebenso wie ihr Tod: Unerlöst befindet sich Ismene in einem Zwischenreich, nach einem Dasein ohne eigenen Inhalt und einem Ableben ohne Erinnerung. Durch die antiken Helden ihrer Familie, den Vater Ödipus, die Brüder Eteokles und Polyneikes, besonders aber durch ihre Schwester Antigone, die gegen die Tyrannei ihres Onkels Kreon aufbegehrt ein heroischer Weg, den Ismene nicht mitgeht. Jetzt, dreitausend Jahre später, hat die niederländische Autorin Lot Vekemans diese Figur in der Vergessenheit aufgesucht und sie aus dem Schatten treten lassen. Nach einer Ewigkeit des Schweigens stellt sich Ismene ihrer Geschichte.

Termine: 28./29. September, 10./23./24. November, 19 Uhr in den Räumen des Jungen Theaters hinter dem E-Werk.

„Glaube, Liebe, Hoffnung“

von Ödön von Horváth. Elisabeth (Katharina Hämmerling), eine junge Wienerin, will sich selbstständig machen und braucht 150 Mark. Deshalb bietet sie ihren Körper zum Verkauf an – im Anatomischen Institut der Stadt. Das Geld will sie gleich, den Körper gibt es erst, wenn sie gestorben ist.

Zwar bekommt Elisabeth ihr Geld, aber bald droht sie in einem zerstörerischen Strudel zu versinken – unter der teilnahmslosen Beobachtung selbstgefälliger Egoisten, erbärmlicher Feiglinge und mitleidloser Ignoranten.

Geld gibt es gleich, den Körper erst, wenn sie gestorben ist:  „Glaube, Liebe, Hoffnung“

„Ein kleiner Totentanz“ nannte Horváth das Stück, das er Anfang der 1930er-Jahre nach einer tatsächlichen Begebenheit schrieb. „Damals wie heute gingen tiefe Risse durch die Gesellschaft. Dadurch ist das Stück im Jahr 2019 aktueller denn je“, sagt Regisseur Dieter Salzmann.

Termine: 18./19./27. Oktober, und 1./2./3. November, 20 Uhr im E-Werk Eschwege, sonntags 18 Uhr.

„Die Schneekönigin“

nach Hans-Christian Andersen. „Es war einmal ein Spiegel aus Eis, der alles Schöne hässlich aussehen ließ und das Schlechte schön machte.“ So beginnt das Märchen von Hans-Christian Andersen. Dieser Spiegel gehörte der Schneekönigin. Er zerbrach und zersprang dabei in tausend kleine Stücke. Trafen diese Stücke ein Herz, wurde es kalt wie Eis, trafen sie Augen, sahen diese alles nur noch hässlich und böse. Den Waisenjungen Kai treffen zwei Splitter in Herz und Auge. Ab dem Moment ist er völlig gefühllos und bricht mit seiner besten Freundin Gerda. Wird es ihr gelingen, ihren Freund zu retten?

Das traditionelle Weihnachtsmärchen präsentiert das Junge Theater unter der Regie von Marlies Koch mit großem Ensemble, bestehend aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Adventszeit.

Termine: 1./8.,12. Dezember, 16 Uhr, 7. Dezember, 18 Uhr

„Ein Käfig voller Narren“

Komödie in vier Akten von Jean Poiret.

Schon seit zwanzig Jahren betreibt Georges den erfolgreichen Nachtclub „Der Narrenkäfig“. Gefeierter Star der glitzernden Travestie-Show ist Albin alias Zaza, die „Frau“ in Georges Leben. Eines Tages kündigt sich Besuch an: Laurent, Georges Sohn aus seinem früheren Leben. Er hat die Frau seiner Träume gefunden und möchte sie nun – zusammen mit den zukünftigen Schwiegereltern – seinem geliebten Vater vorstellen. Die Sache hat nur einen Haken: Die Eltern der Verlobten sind erzkonservativ und der Vater zudem ein hohes Tier in der Politik.

Der bekannte Klassiker von Jean Poiret kommt im Frühjahr 2020 unter der Regie von Manfred Rehbaum auf die Bühne des E-Werks.

Karten für alle Veranstaltungen gibt es bei kultur-eschwege.de oder den bekannten Vorverkaufsstellen.

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