Heute ist ihr letzter Tag

Jutta Riedl geht in Rente: 32 Jahre für den Tourismus im Werratal gelebt

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Herausforderung Ruhestand: Jutta Riedl steht seit 32 Jahren an der Spitze der Tourismusvermarktung. Heute geht die 63-Jährige in Rente. 

Jutta Riedl baute vor 32 Jahren die Vermarktung des Tourismus in Eschwege auf. „Ich gehe sehr zufrieden in Rente“, sagt die Touristikfachwirtin nach 47 jahren im Berufsleben.

Jutta Riedl sieht im neuen Lebensabschnitt auch eine neue Herausforderung. „Ich habe nichts geplant, ich werde es genießen, nicht fremdbestimmt zu sein“, sagt die 63-Jährige, die vom morgigen Freitag an Rentnerin ist. In einem ist sie sich sicher: „Mir war nie langweilig, und ich gehe davon aus, dass das auch so bleiben wird.“

Sie war Geschäftsführerin der Tourist-Information und nach der Angliederung an die Stadtwerke Leiterin der Abteilung Freizeit, Tourismus, Marketing. „Ich gehe sehr zufrieden in Rente“, sagt die Touristikfachwirtin. „Ich bin 47 Jahre und sieben Monate gern zur Arbeit gegangen, und jeder Tag war anders, jeder Tag war spannend.“

Riedl lebt mit ihrem Mann in Reichensachsen. „Mindestens ein Jahr und ein paar Monate“ müsse der noch arbeiten bis zur Rente. Bis dahin beschränkt sich das gemeinsame Reisen auf die Urlaubszeit. In der zweiten Junihälfte steht eine Elbe-Radtour auf dem Programm. „Ich hoffe, dass die stattfinden kann“, sagt sie. „Wenn es nicht klappt, verschieben wir die Tour auf nächstes Jahr.“ Langsames Reisen ist angesagt. Für jede Übernachtungsstation sind drei Tage eingeplant. So kann man in die Orte eintauchen und mehr sehen als nur die Hotelzimmer.

Zeit soll bleiben für die drei „angeheirateten“ Kinder und die zugehörigen Enkel. Die Kontaktpflege mit den Freundinnen sei in der Vergangenheit ebenfalls zu kurz gekommen. „Das ging oft nicht anders wegen Abendterminen oder weil am nächsten Morgen um halb sechs der Wecker geklingelt hat“, sagt sie. Das soll jetzt anders werden. Sie wolle mal wieder ein Buch lesen, Zeit auf der Terrasse verbringen, vielleicht ein Fotobuch zusammenstellen oder an einem Fotokurs teilnehmen. „Ich würde mir gern eine neue Kamera zulegen, solche Dinge finde ich spannend.“

Ganz loslassen kann sie den Beruf nicht: Sie werde immer daran interessiert sein, was sich bundesweit im Tourismus tue. Das Thema hat sie während des gesamten Berufslebens begleitet. Die Entscheidung für Eschwege beschreibt sie als Schritt ins Ungewisse. „Als ich am ersten Tag ankam, dachte ich mir: Wenn es mir nicht gefällt, studiere ich eben.“ Das habe sie dann zehn Jahre später getan – obwohl es ihr in Eschwege gefallen habe. Maßgeblichen Anteil daran habe der damals zuständige Dezernent bei der Stadt Eschwege gehabt: Matthias Sadowsky. „Wir haben gemeinsame Ziele verfolgt, und er hat mich machen lassen.“ Bei der Etablierung des Tourismus im Werratal habe sie nie nur städtisch gedacht, sondern immer auf die Region bezogen. Die Vermarktung des Werratals von der Quelle bis zur Mündung mit dem Werratalradweg ist für die Tourismusmanagerin ein Erfolgsmodell.

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