„Kaffee kann man ruhig trinken“

Fragen und Antworten zu der Belastung des Trinkwassers mit E. coli-Bakterien

Eschwege. Die Verunreinigung des Trinkwassers in Eschwege und dem Stadtteil Oberdünzebach hat für allgemeine Verunsicherung gesorgt. Hier gibt es Antworten zu den wichtigsten Fragen rund um die Belastung mit E.coli:

Was sind E. coli-Bakterien und was kann passieren, wenn man das verunreinigte Leitungswasser trinkt? 

E.coli sind Fäkalkeime und gelten als Indikator für die sanitäre Gewässergüte. In Deutschland liegt der Grenzwert für diese so genannten coliformen Bakterien im Trinkwasser bei Null. Einige E. coli-Stämme sind harmlos, andere wiederum können Durchfall auslösen. Weltweit sorgen die Bakterien für etwa 160 Millionen Durchfallerkrankungen mit etwa einer Million Todesfälle - meist Kinder unter fünf Jahren in den Entwicklungsländern.

Ist die Belastung in Eschwege hoch? 

Nachgewiesen wurde eine Belastung von 200 E. coli-Bakterien auf 100 Milliliter. „Gefährlich wird eine Verunreinigung aber erst ab etwa 10 000 Bakterien auf 100 Milliliter“, sagt Stefan Rose, beim Gesundheitsamt im Werra-Meißner-Kreis für die Trinkwasserqualität zuständig.

Kann man trotz der Verunreinigung duschen? 

Ganz klar: Ja. Die Bakterien können nicht durch die Haut dringen. Für gesunde Menschen besteht keine Gefahr. Laut Stefan Rose können Gesunde auch beruhigt Kaffee trinken. „Wer ganz sicher gehen will, kann zum Zähneputzen und Salat waschen Mineralwasser verwenden“, sagt Rose. Gefährlich sind die Keime vor allem für Immungeschwächte, Säuglinge und ältere Menschen. Diesen Gruppen empfiehlt Rose auf jeden Fall auf Mineralwasser zurückzugreifen, so lange das Abkochgebot gilt.

Wie reagieren Krankenhaus und Pflegeeinrichtungen? 

Da E. coli-Bakterien besonders für geschwächte Menschen gefährlich werden können hat das Klinikum Werra-Meißner in Eschwege sofort reagiert und Mineral- und Tafelwasser zum Trinken und für das Zähneputzen an die Patienten verteilt. Zudem werde dort laut Pressemeldung des Krankenhauses auch zum Kochen lediglich Tafelwasser verwendet. Solche Vorsichtsmaßnahmen wurden auch in den Seniorenheimen der Kreisstadt umgesetzt.

Wie kann es zu so einer Belastung kommen? 

In diesem Fall ist die Verunreinigung durch den vielen Regen der vergangenen Tage zu erklären. Laut Stefan Rose ist Oberflächenwasser in die betroffenen Brunnen geraten und habe die Bakterien hineingespült. „Nachgewiesen ist dies, da sowohl in den Brunnen als auch in den dazugehörigen Hochbecken der selbe Bakterienstamm gefunden wurden. In der Kreisstadt habe es in den vergangenen 20 Jahren kein Abkochgebot gegeben. Dies passiert laut Rose auch öfter in kleineren Gemeinden, die ihr Grundwasser aus oberflächennahen Quellen beziehen. Städte wie Eschwege hingegen beziehen das Wasser meist aus tiefliegenden Brunnen, in die nicht so schnell Wasser von der Oberfläche eindringen kann.

Wie lange wird das Abkochgebot gelten? 

Das Abkochgebot gilt so lange, bis drei Proben an drei aufeinanderfolgenden Tagen nachweisen, dass keine Bakterien mehr in den Brunnen sind. Derzeit haben die Stadtwerke Eschwege die beiden betroffen Brunnen vom Versorgungsnetz genommen und spülen diese mit Desinfektionsmitteln. Stefan Rose geht davon aus, dass er am Dienstag das Abkochgebot für die Kreisstadt und Oberdünzebach wieder aufheben kann.

Von Diana Rissmann

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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