Untersuchung "Dorfläden in Nordhessen"

IHK Kassel-Marburg besucht Nahversorger im Werra-Meißner-Kreis 

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Dorfladen Gertenbach: Im "Lädchen für alles" ist Francine Beilschmidt von Anfang an dabei.

Gertenbach. Dorfläden bilden einen immer wichtigeren Faktor im Landkreis. Das hat die Untersuchung "Dorfläden in Nordhessen" der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg ergeben, die die Situation von 36 kleinen Nahversorgern in der Region genauer beleuchtet.

Im Werra-Meißner-Kreis wurden die Dorfläden in Gertenbach bei Witzenhausen und die Läden in Datterode, Germerode, Abterode, Rommerode und Netra untersucht.

"Viele Gemeinden haben den Handlungsbedarf erkannt", sagt Christine Neuman, Referentin bei der IHK für den Bereich Handel und Stadtentwicklung. Für eine Dorfgemeinschaft und das Zusammenleben ist eine Nahversorgung ein wichtiger Faktor gerade in kleinen Gemeinden. "Fällt das lokale Angebot weg, fehlt eine fußläufige Nahversorgung. Das verstärkt Abwanderungstendenzen", sagt Neumann. In der Folge verringere sich das Potenzial an Arbeitskräften vor Ort, was sich negativ auf eine Gemeinde als Standort für Unternehmen auswirke.

Neben dem Angebot von Lebensmitteln werden in einigen Dorfläden auch Dienstleistungen angeboten. Besonders oft gibt es einen Postservice, Paketdienstleistungen, Cafés und einen Lieferservice. Der Verkauf der Waren allein stelle kaum einen wirtschaftlichen Betrieb der Dorfläden sicher, sagt die IHK-Referentin.

Zusätzliche Dienstleistungen werden auch im Laden "Marktwert" in Datterode angeboten. Neben einem Café ist dort auch die örtliche Metzgerei integriert. "Es ist ein Zentrum, wo man sich trifft. Die Leute kommen auch mal von zu Hause raus, um mit anderen hier vor Ort ins Gespräch zu kommen", sagt Rolf Eckhardt, Werkstattleiter bei Aufwind, Verein für seelische Gesundheit in Eschwege. Der Verein hat den Laden "Marktwert" 2010 eingerichtet und zudem integrative Arbeitsplätze geschaffen.

Von Franziska Kiele

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