An Verletzungen gestorben

Katze in Eschwege überfahren – Besitzerin ist erschüttert

Letzte Ruhestätte: Hier liegt Katze Ine begraben.
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Letzte Ruhestätte: Hier liegt Katze Ine begraben.

In Eschwege wird eine Katze angefahren. Der Autofahrer fährt danach einfach weiter und übernimmt keine Verantwortung für das verletzte Tier.

Eschwege – Schwarzes Fell, leuchtende Bernsteinaugen und einen zierlichen Körper – so beschreibt Kerstin Schmidt aus Eschwege Katze Ine. Die elf Jahre alte Katzendame lebte zusammen mit Kater Mo (8) bei der 65-jährigen Rentnerin. „Ine war ruhig und sehr verschmust.“ Doch vor genau einer Woche wurde Ine von einem Auto angefahren. Überlebt hat sie es nicht.

Nun liegt Katze Ine bei den Nachbarn im Garten. „Sie hat da ein richtiges Grab“, erzählt Schmidt, die in einer Mietskaserne wohnt und keine Möglichkeit gehabt hätte, die Katzendame zu beerdigen. Sie ist noch immer ganz gerührt von der Hilfsbereitschaft und dem Mitgefühl ihrer Nachbarn.

Ein kleines Beet steht an der Stelle, wo Katze Ine begraben wurde; alles von den Nachbarn gemacht. „Ich weiß gar nicht, wie ich mich dafür bedanken kann“, sagt Schmidt mit belegter Stimme. Sogar eine kleine Steinkatze steht auf dem Grab. Sehen kann die Rentnerin das Grab sogar von ihrem Schlafzimmerfenster aus.

Letzte Ruhestätte: Hier liegt Katze Ine begraben.

Der tödliche Unfall passierte vor einer Woche im Schützengraben in Eschwege – auf Höhe der Einmündung zur Kurt-Holzapfel-Straße. Der Fahrer? Der sei einfach weitergefahren, ohne sich um das verletzte Tier zu kümmern, erzählt die Rentnerin noch immer geschockt. Und schon kullern Tränen über ihre Wangen. Doch nicht nur sie trauert um die Katzendame, die als Kitten von einem Bauernhof zu ihr kam. Auch Kater Mo sucht seine Weggefährtin. „Der kommt gar nicht zur Ruhe.“

Der Unfall muss kurz vor zehn Uhr passiert sein, erzählt Schmidt. „Ich wollte mit einer Mitarbeiterin vom sozialen Dienst zum Einkaufen fahren.“ Sie sei wegen ihrer Arthrose nicht mehr so gut zu Fuß. Und so kamen sie an der Unfallstelle vorbei. Ein junges Paar und die Nachbarin seien bereits vor Ort gewesen. Diese habe sofort gewusst, zu wem die Katze gehört, erzählt Schmidt.

Erschüttert habe sie hingegen, dass der Fahrer sich nicht gekümmert hat: „Das macht mir Angst.“ Sie kann nicht verstehen, wie jemand einfach weiterfährt, ohne zu helfen. Man müsse doch Verantwortung übernehmen. „Ein Tier ist doch kein Koffer“, sagt die 65-Jährige, die auch Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt gestellt hat.

Wird ein Haustier von einem Auto angefahren, dann müsse die Polizei das als materiellen Schaden aufnehmen, so Polizeihauptkommissar Alexander Först von der Polizei Eschwege. Denn Tiere sind laut Gesetz eine Sache. Das entspreche natürlich nicht dem Wert, den sie für den Tierhalter einnehmen. „Der ideelle Wert lässt sich schlecht beziffern.“ (Von Hanna Maiterth)

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