GfK-Studie

Kaufkraft: Landkreis Schlusslicht in Hessen

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18.363 Euro hat jeder Einwohner im Kreis zur Verfügung.

Eschwege. Die 100 000 Einwohner des Werra-Meißner-Kreises haben die schwächste Kaufkraft in Hessen und eine der niedrigsten in Deutschland. Das geht aus der neuesten Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor. Danach hat jeder Einwohner nach der Prognose des Instituts im kommenden Jahr ein verfügbares Einkommen von 18 363 Euro - nach Abzug aller regelmäßigen Ausgaben wie Miete, Kreditraten und Kosten für Versicherungen.

„Damit landet der Kreis unter den aktuell 402 Kreisen und kreisfreien Städten auf Rang 327“, sagte GfK-Sprecherin Cornelia Lichtner. Ihren Angaben zufolge entspricht das durchschnittliche verfügbare Einkommen im Kreis 86,7 Prozent des Bundesdurchschnitts (21 180 Euro). Zum Vergleich: Vor drei Jahren erreichte der Kreis mit 17 420 Euro Platz 323 von 412; die Summe entsprach seinerzeit 88,5 Prozent des Bundesdurchschnitts.

Landrat Stefan Reuß sieht als einen Faktor die sinkende Einwohnerzahl im Kreis. „Die Zahlen sind Ausdruck des demografischen Wandels“, sagte er. Auch die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit spiele dabei eine Rolle.

Insgesamt soll das verfügbare Einkommen bundesweit im kommenden Jahr um 568 Euro zulegen. Die Verteilung könne regional jedoch sehr unterschiedlich sein, heißt es in einer Mitteilung. Der Zuwachs werde teilweise durch die für das kommende Jahr angenommene Inflationsrate von 1,7 Prozent geschmälert.

Am meisten Geld zur Verfügung haben nach GfK-Angaben Menschen, die im Landkreis Starnberg (Bayern) leben. Sie verfügen im kommenden Jahr über 31 438 Euro. An zweiter und dritter Stelle liegen der Hochtaunuskreis (Hessen) mit 30 759 Euro und der Landkreis München (Bayern) mit 30 099 Euro. Schlusslicht ist die sächsische Stadt Görlitz, deren Einwohnern durchschnittlich 16 030 Euro zur Verfügung steht. ZUM TAGE, SEITE 2

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