Blutspendedienste schlagen Alarm: Im Kreis gibt es kaum noch Blut auf Vorrat

Die Blutspendedienste schlagen Alarm: In der Corona-Krise sind Blutkonserven zu einem extrem knappen Gut geworden. Es werden mehr Blutspenden gebraucht.

Und weil sich die Kliniken nach der coronabedingten Pause nun wieder auf den Regelbetrieb vorbereiten, werden noch einmal deutlich mehr Blutspenden benötigt.

„Blut ist ein Gut, das man nicht lange lagern kann – wir brauchen jetzt, da die Kliniken wieder Operationen vornehmen, dringend mehr Konserven“, sagt Rolf Zarberg vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen. Zurzeit könne das DRK in Hessen nicht einmal den Bedarf eines Tages abdecken; es reiche für nur 0,9 Tage.

Rolf Zarberg DRK-Blutspendedienst

Weil während des Corona-Lockdowns geplante Operationen abgesagt wurden, wurden die Blutspenden reduziert – auch im Werra-Meißner-Kreis. Nur 60 bis 70 Prozent der sonst üblichen Menge wurden zuletzt vorgehalten, erklärt Rolf Zarberg. Aber: „Ab Juni wollen wir wieder bei 100 Prozent sein“.

Deshalb versuchen die Akteure vor Ort aktuell, alle Termine wie geplant zu realisieren. „Da nicht alle Terminlokale für die besonderen Anforderungen geeignet sind, weichen wir an einzelnen Orten aus. Zum Beispiel in Eschwege in die Heuberg-Sporthalle, die uns freundlicherweise vom Kreis und der Geschwister-Scholl-Schule zur Verfügung gestellt wird“, lobt Rolf Zarberg.

Blutspendetermine erfolgen beim Deutschen Roten Kreuz unter Kontrolle und in Absprache mit den Aufsichtsbehörden sowie unter den höchsten Hygiene- und Sicherheitsstandards. Die Mitarbeiter seien für besondere Situationen besonders geschult und trainiert, ergänzt Pressereferent Zarberg.

Da bereits am Eingang, vor dem eigentlichen Blutspendetermin, zusätzliche Befragungen nach Corona-Infektionsrisiken, eine ausführliche Händedesinfektion und eine Messung der Körpertemperatur erfolgten, hierbei auffällige Personen bereits ausgeschlossen werden, liege das Infektionsrisiko weit unter dem regulärer Alltagssituationen. Ebenso erhalte jeder Spender eine Mund-Nase-Schutzmaske. „Bitte spenden Sie Blut“, appelliert das Deutsche Rote Kreuz.

Termine reservieren

Damit Wartezeiten bei den Blutspendeterminen vermieden werden können und der erforderliche Mindestabstand eingehalten werden kann, wird darum gebeten, das Terminreservierungssystem unter blutspende.de/termine zur individuellen Terminvereinbarung zu nutzen. Weitere Informationen gibt es unter blutspende.de/informationen-zum-coronavirus. Die kostenfreie Service-Hotline des DRK-Blutspendedienst steht unter 0800/1 19 49 11 zur Verfügung.

Das sind die nächsten Termine im Werra-Meißner-Kreis

Jede Blutspende zählt und wird dringend benötigt. Laut Deutschem Roten Kreuz gilt: Wer gesund und fit ist, kann Blut spenden. Folgende Termine werden im Juni im Werra-Meißner-Kreis angeboten: 

  • Freitag, 5. Juni, zwischen 14.30 Uhr und 19 Uhr in der Heuberg-Halle Eschwege, Wacholderweg 1 (Halle Geschwister-Scholl-Schule) 
  • Dienstag, 9. Juni, zwischen 17 Uhr und 20.30 Uhr im Bürgerhaus Reichensachsen, Platz der Normandie 1 
  • Mittwoch, 10. Juni, zwischen 17 Uhr und 20.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Netra, Am Anger 3 
  • Dienstag, 16. Juni, von 17 Uhr bis 20.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Abterode, Bei der Schule 3 
  • Freitag, 19. Juni, von 16.45 Uhr bis 20.30 Uhr, Adam-von-Trott-Schule an der Jahnstraße 16 in Sontra.
  • Außerdem ist für Montag, 13. Juli bis Freitag, 17. Juli die HNA-Blutspendeaktion in Kassel geplant. 

Rolf Zarberg vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen mahnt: „Wie auch in Zeiten der ,bekannten’ Grippe gilt: Bitte kommen Sie nur zum Blutspendetermin, wenn Sie sich gesund und fit fühlen“. Menschen mit Erkältungssymptomen wie zum Beispiel Husten, Schnupfen, Heiserkeit und erhöhter Körpertemperatur werden und wurden auch in der Vergangenheit nicht zur Blutspende zugelassen. „Wenn Sie Kontakt zu einem Coronavirus-Verdachtsfall hatten oder sich in den vergangenen Wochen in einem der stark betroffenen Länder aufgehalten hatten, sollten Sie, auch zum Schutz der weiteren Blutspender und der DRK-Mitarbeiter vor Ort, vorübergehend – und zwar bis zu vier Wochen – nicht zum Blutspendetermin kommen“, sagt Rolf Zarberg.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare