Volkstrauertag

Eschwege: Gedenken an Opfer von Krieg, Gewalt und Terror

Kranzniederlegung auf dem Eschweger Friedhof: Zum Volkstrauertag erinnerten Schüler der Friedrich-Wilhelm-Schule an die 23 Schüler, die am 3. Oktober 1943 als Flakhelfer in Sandershausen ums Leben kamen.
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Kranzniederlegung auf dem Eschweger Friedhof: Zum Volkstrauertag erinnerten Schüler der Friedrich-Wilhelm-Schule an die 23 Schüler, die am 3. Oktober 1943 als Flakhelfer in Sandershausen ums Leben kamen.

Eschwege: Zum Volkstrauertag erinnerten Schüler der Friedrich-Wilhelm-Schule an die 23 Schüler, die am 3. Oktober 1943 als Flakhelfer in Sandershausen ums Leben kamen.

Eschwege – „Wir dürfen die Vergangenheit nicht vergessen“, mahnt Dr. Rainer Wallmann, Erster Kreisbeigeordneter, und fügt hinzu, dass man vor allem aus dieser lernen müsse, bevor er auf die aktuelle Entwicklung und dabei unter anderem auf die NSU-Morde, den Anschlag auf die Synagoge in Halle und den Mord an Dr. Walter Lübcke blickt.

Sonntagvormittag kamen zahlreiche Teilnehmer im Rahmen einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Volkstrauertags auf dem Friedhof in Eschwege unter Einhaltung von Abstand und Maskenpflicht zusammen. Bürgermeister Alexander Heppe konnte hierzu die Landtagsabgeordneten Felix Martin (Grüne) und Knut John (SPD) als Vertreter des Landes, die Schulleiterinnen Margret Schulz-Bödicker (Oberstufengymnasium) und Dr. Birgit Renke (Friedrich-Wilhelm-Schule), Dekanin Ulrike Laakmann sowie Polizeidirektor Dr. Alexander Hofsommer und Polizeihauptkommissar Ralf Germerodt von der Bundespolizei begrüßen.

Sachliche Argumente gegen leere Hass-Parolen

Sein Dank galt der Bundespolizei für die Kranzniederlegung und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. „Und dieser Tag, seien wir ehrlich, ist viel zu wichtig, als dass wir ihn absagen sollten“, sagte er mit Blick auf das Gedenken an Opfer von Krieg, Hass und Gewalt auf der ganzen Welt. Er sprach von einer Zeit der Angst und dass Populisten diese oft nutzen, um Hass zu sähen, aus dem, wie man auch in Nordhessen erleben musste, Taten werden.

Dass extremistische Tätigkeiten in den vergangenen Jahren wieder zugenommen haben, sprach Dr. Rainer Wallmann in seiner Rede an und betonte, dass er sich dennoch sicher sei, dass dem als Gesellschaft begegnet werden könne, wenn man leeren Parolen mit sachlichen Argumenten entgegentritt. Mut und Kraft hierfür wünschte er allen Anwesenden und schloss seine Rede: „Bleiben Sie mutig. Bleiben Sie wachsam. Bleiben Sie gesund.“

Schüler erinnern an Kriegsopfer, die selbst noch Schüler waren

Während er in Anlehnung daran, dass zum Volkstrauertag in diesem Jahr vor allem an 75 Jahre Kriegsende erinnert werden sollte, einerseits seine große Freude über dieses und den seither anhaltenden Frieden in Westeuropa darüber hinaus aber die Trauer um die zahlreichen Opfer ausdrückte, gedachten die Schülerinnen und Schüler der SV der Friedrich-Wilhelm-Schule der 23 Schüler, die am 3. Oktober 1943 als Flakhelfer in Sandershausen ums Leben kamen.

„Die Einberufung in den Krieg erfüllte sie mit Stolz“, erinnerten die Schülerinnen Ella Völksch und Antonia Kristen und fragten: „Doch ist es das, wozu junge Männer verpflichtet sein sollten?“ Dass mit ihnen heute keinen Helden, wie sie die Propaganda zu der Zeit nannte, sondern Opfern des Krieges gedacht wird, erklärten die Schülerinnen: „Sie starben und waren keine Helden, sondern Opfer.“ Auch im Namen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler appellierten sie an jeden, seinen Beitrag für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit zu leisten. (Von Eden Sophie Rimbach)

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