Wegen Corona zeitweise nur Notfalloperationen

Keine Warteliste für Patienten - OP-Betrieb im Klinikum Werra-Meißner läuft an

Wegen der Corona-Pandemie durfte an den Standorten des Klinikums Werra-Meißner in Eschwege (Foto) und Witzenhausen zeitweise nur in Notfällen operiert werden.
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Wegen der Corona-Pandemie durfte an den Standorten des Klinikums Werra-Meißner in Eschwege (Foto) und Witzenhausen zeitweise nur in Notfällen operiert werden.

Seit vergangener Woche sind in Hessen wieder sogenannte „planbare Operationen“ erlaubt, die über Notfälle hinausgehen. Auch im Klinikum Werra-Meißner. 

Wegen der Corona-Pandemie waren solche Eingriffe, wie beispielsweise der Einsatz einer Hüftprothese, knapp zwei Monate ausgesetzt, um Krankenhauskapazitäten freizuhalten.

Im Klinikum Werra-Meißner ist der Operationsbetrieb ebenfalls wieder angelaufen, berichtet Dr. Torsten Fricke, Chefarzt der Anästhesie und der operativen Intensivmedizin. Dabei werde das gesamte Leistungsspektrum angeboten, eine Prioritätenliste hinsichtlich spezieller Eingriffe, die zuerst abzuarbeiten sind, gebe es nicht.

Patienten hatten Verständnis für die Absage ihrer OPs

 „Nur mit dem Unterschied, dass wir gemäß den Vorgaben des hessischen Sozialministeriums erst mal nur Patienten mit kurzer und mittlerer Aufenthaltsdauer operieren, damit wir im Fall einer zweiten Infektionswelle schnell wieder umstrukturieren können“, sagt Fricke.

Die Patienten hätten im März vollstes Verständnis dafür gehabt, dass ihre Termine verschoben wurden. „Denn die Gründe waren ja allgemein bekannt und akzeptiert“, sagt Klinikumssprecher Florian Künemund. 

Lange Wartelisten für Operationen sind in den vergangenen Wochen im Klinikum Werra-Meißner deswegen laut Dr. Axel Blasi und Dr. Armin Fischer, den Chefärzten der Unfallchirurgie und der Gynäkologie, nicht entstanden.

Alle Patienten werden auf Covid19 getestet

Unterscheiden sich die Hygieneregeln bei Eingriffen während der Coronazeit nun zu denen vor der Pandemie? „Der Unterschied ist, dass aktuell alle Patienten auf Covid abgestrichen werden“, sagt Dr. Fricke. Liege ein positives Ergebnis vor, würden während der Operation beispielsweise auch Anästhesisten Schutzbrille, Virenschutzkittel und FFP-Maske getragen. 

„Das ist bei Nicht-Covid-Patienten nur bei dem operierenden Personal am OP-Tisch der Fall“, sagt Fricke. Die Regeln seien aber ohnehin scharf, im OP-Saal werde größter Wert auf Hygiene gelegt, was die Sterilität der Instrumente und die Schutzausrüstung angehe.

„Jeder Notfall, bei dem keine Zeit für einen Abstrich war, wird derzeit behandelt wie ein Patient mit Coronavirus, um das Risiko auszuschließen, dass sich Mitarbeiter infizieren“, sagt Fricke.

Finanzielle Folgen für das Klinikum noch nicht absehbar

Die finanziellen Auswirkungen der geringeren Operationszahlen seien aktuell für das Klinikum noch nicht absehbar, sagt Verwaltungsdirektor Michael Rimbach. „Für die nicht belegten Betten wurde vom Land ein Ausgleichsbetrag gezahlt, um die Liquidität der Krankenhäuser sicherzustellen. Ob das kostendeckend war, wird sich später zeigen“, so Verwaltungsdirektor Rimbach. 

Auf der Intensivstation in Witzenhausen werden derweil weiterhin nur Covid-Patienten behandelt. Die Station 2 in Witzenhausen dient der Isolation von Covid-Patienten, auf Station 3 liegen Verdachtsfälle. Station 4 ist für die normalen Patienten vorgehalten.

"Aus Sorge vor Corona nicht den Krankenhausaufenthalt scheuen"

In Eschwege dient die Station 6, Geriatrie, als Zwischen-Isolierstation für Covid-Verdachtsfälle. „Alle anderen Stationen nehmen jetzt wieder normalen Betrieb auf oder haben dies schon getan“, sagt Fricke. 

Abschließend hat Dr. Fricke einen Appell an die Patienten aus der Region: „Niemand muss sich aus Sorge vor einer Infektion vor einem Krankenhausaufenthalt scheuen. Wir haben alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um Corona-Patienten von anderen Patienten zu trennen, um das Infektionsrisiko zu minimieren“.

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