Freizeitfußballverein Palm Strikers richtete überregionales Inklusionsturnier aus

Kicker mit Sozialsinn

Ganz dem Fußball verschrieben: Alexander Lieberknecht, der Vorsitzende der Palm Strikers und sein Stellvertreter Frank Lepper (v.l.) suchen noch Nachwuchskicker im Alter von zehn bis elf Jahren für die Kinderabteilung des Vereins. Foto: Skupio

Eschwege. Fast 30 Jahre hat der Freizeitfußballverein Palm Strikers schon auf dem Buckel. Was einst als Spaßverein entstand, hat sich zu einer festen Größe in Eschweges Fußballlandschaft entwickelt. Ebenso eine feste Größe ist das Wohltätigkeitsturnier, das der Verein seit mehr als 25 Jahren ausrichtet und für das er in diesem Jahr den Sozialpreis des Kreises erhielt.

„Erstmals haben wir das Turnier mit dem Inklusionsgedanken verknüpft. Den Unified-Gedanken wollten wir aber nicht aufgreifen, stattdessen haben wir das Turnier über Partnerschaften organisiert“, erklärt Vorsitzender Alexander Lieberknecht. Jeweils fünf Mannschaften mit behinderten Sportlern und fünf reguläre Teams spielten gegeneinander. Vorher wurden Partnerschaften zwischen den Behindertenteams und den regulären ausgelost, für das Turnierergebnis zählten letztendlich die Ergebnisse beider Partnerteams.

„So haben wir erreicht, dass sich die Mannschaften gegenseitig anfeuerten“, erläutert Lieberknecht. Der Grad der Behinderung lässt sich vor allem in fußballerischer Hinsicht schlecht beurteilen, so dass eine gerechte Integration der Behinderten in bestehende Teams immer problematisch ist. Ein weiterer Grund, der für den Partnerschaftsgedanken spricht. Außerdem gibt es Teams, die nur aus behinderten Spielern bestehen und seit Jahren mit dem gleichen Trainer trainieren. Für die wäre eine Aufteilung der Spieler ebenfalls nachteilig gewesen.

„Das Partnerschaftskonzept aber war völlig neu, so dass der Hessische Fußballverband überhaupt nicht wusste, wie er das Turnier von den Vorgaben her einordnen sollte“, berichtet Lieberknecht. Landrat Stefan Reuß war aber von der Idee so begeistert, dass er das Turnier in seiner Funktion als Verbands-Vizepräsident unterstützte. „Erst hatten wir natürlich sehr viel Respekt vor der Durchführung, am Ende aber hat alles reibungslos geklappt und es ist sogar eine Behindertenmannschaft aus Schotten angereist. Danken müssen wir aber auch Erik Hogreve, dem Sportkoordinator der Werraland-Werkstätten, der uns den Zugang zu den Behindertenteams ermöglichte“, sagt Lieberknecht.

Turnier wird fortgesetzt

„Bedanken müssen wir uns auch bei unseren Mitgliedern, die sehr engagiert zum Gelingen des Turniers beigetragen haben“, ergänzt der zweite Vorsitzende, Frank Lepper. Im nächsten Jahr soll das Turnier wieder in der Art stattfinden. „Es soll dann aber etwas größer werden“, verrät Lieberknecht.

Von Wolfram Skupio

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