Ein Kilometer Geschichte

Dr. Karl Kollmann leitet seit 25 Jahren das Eschweger Stadtarchiv

Die Vergangenheit im Blick: Dr. Karl Kollmann (links) leitet seit 25 Jahren das Stadtarchiv. Bürgermeister Alexander Heppe gratuliert zur Arbeit. Foto: Sagawe

Eschwege. Dr. Karl Kollmann ist Herr über mehr als einen Kilometer Eschweger Stadtgeschichte. Seit 25 Jahren leitet der Historiker das Archiv der Kreisstadt. Auf 1200 Metern Regal reihen sich im Hochzeitshaus auf dem Schulberg Dokumente aneinander, die die Vergangenheit Eschweges erzählen. Kollmann verwaltet und ordnet diese Vergangenheit.

Ungefähr 6000 Titel hat er katalogisiert - digital und auf Karteikarten. „Wir sammeln die heutigen Dinge, weil wir davon ausgehen, dass man sich in hundert Jahren dafür interessiert“, sagt Dr. Kollmann über seine Arbeit. Er sei ein großes Glück für die Eschwege, sagte Bürgermeister Alexander Heppe über den Archivar, als er ihm jetzt für die 25-jährige Tätigkeit dankte. Kollmann gehöre zu den wenigen Menschen, die in ihrem Arbeitsfeld so aufgehen.

Der Historiker, nach dem Studium zunächst zehn Jahre im Archiv auf Burg Ludwigstein beschäftigt, kam 1989 zur Stadt. Er übernahm das Archiv, das zu diesem Zeitpunkt noch in der früheren Schule im Stadtteil Niederhone untergebracht war, mit einer halben Stelle. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Mit der zweiten Hälfte seiner Arbeitskraft leitet Kollmann das Kulturamt der Kreisstadt.

Vor dem Umzug des Archivs in das Hochzeitshaus habe er seine Vormittage in Eschwege verbracht und sei nachmittags nach Niederhone gefahren, erinnert sich Kollmann. Inzwischen sei das Kulturamt weitgehend wegrationalisiert worden. „Die Abteilung besteht nur noch aus mir und einer halben Kraft“, sagt der Historiker. Im Archiv arbeiten neben Kollmann mehrere ehrenamtliche Helfer.

Die gesammelten Werke werden im Stadtarchiv nicht nur verwaltet. Die Dokumente sind öffentlich für Wissenschaft und Forschung. Und, so Heppe: „Ein gut gepflegtes Stadtarchiv ist wichtig für die tagesaktuelle Arbeit.“ Kollmanns Tätigkeit falle in die spannende Phase der Erinnerungskultur, so der Bürgermeister mit Hinweis auf die aktuelle Forschung in der nationalsozialistischen Vergangenheit Eschweges.

In Zusammenhang mit seiner hauptamtlichen Tätigkeit ist Kollmann in einer ganzen Reihe von Organisationen ehrenamtlich tätig. Darüber hinaus hat der Historiker eigene Forschungsarbeiten veröffentlicht - „gut verständlich beschrieben“, wie Heppe findet.

Von Harald Sagawe

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