Kinder experimentieren in der Natur: Zwei Dosen und dazwischen eine Schnur

Eschweger Kinder experimentierten während der Ferienspiele in der Natur. Umweltpädagoge Dirk Schnieders arbeitete mit den Mädchen und Jungen und wurde von Franziska Sandrock unterstützt.

Samuel möchte mit dem Beil arbeiten. Eine Stelle an dem Ast, aus dem der Neunjährige seinen Bogen bauen möchte, steht deutlich hervor und soll dünner werden. Samuel arbeitet mit dem Beil grob vor und verfeinert seine Arbeit dann mit dem Messer. Das ist allerdings stumpf und muss zunächst geschliffen werden.

„Wir können den Bogen stärker spannen, damit der Pfeil weiter fliegt“, erklärt Umweltpädagoge Dirk Schnieders einem anderen Kind.

Swantje ist erst fünf, schnitzt aber schon mit erstaunlicher Geschicklichkeit an dem Ast. Natürlich haben die Betreuer ein wachsames Auge auf die Kinder, während die mit Messer und Axt hantieren.

Stephan hat an diesem Tag Geburtstag und versucht einen Stein zu formen. „Das soll eine Axt oder ein primitives Werkzeug werden“, sagt der Zwölfjährige. Zum fünften Mal ist Schnieders mit den Kindern im Rahmen der Ferienspiele unterwegs. „Alltagselemente“ nennt er die vielen Möglichkeiten, Natur kennenzulernen und zu verstehen. Der Klassiker: das Buschtelefon. Zwischen zwei Dosen wird eine Schnur gespannt – und schon steht die Verbindung. Im Steinzeitcamp am Fuß des Leuchtberges werden aus einfachen Naturmaterialien einfache Werkzeuge und Waffen hergestellt. „Es passiert auch schon mal, dass aus Versehen ein Finger angeschnitzt wird“, sagt Schnieders. Allzu tragisch ist das nicht. Der Erste-Hilfe-Kasten ist immer dabei und Franziska Sandrock macht im Hauptberuf eine Ausbildung zur Sanitäterin.

Den Werratalsee nahmen die jungen Forscher ganz genau unter die Lupe und ins Reagenzglas. Beim Ausflug mit dem mobilen Labor auf dem Bollerwagen entdeckten die Mädchen und Jungen, dass das Gewässer umgekippt ist. „Der ist ziemlich am Ende“, stellt Schnieders fest.

Der Cyriakusbach wurde aufgestaut, damit die selbst gebastelten Boote eingesetzt werden konnten, und nur mit Original-Waldläuferzeichen legten die Kinder bei der Schnitzeljagd im Wald ganz klassisch die Route. Natürlich wurden die Verfolger bei dem Spiel auch auf falsche Fährten gesetzt.

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