Schwieriger Start mitten in der Pandemie

Natascha Groß ist die neue Kita-Leiterin in der Mauerstraße

Natascha Groß ist die neue Kita-Leiterin in der Mauerstraße in Eschwege.
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Natascha Groß ist die neue Kita-Leiterin in der Mauerstraße in Eschwege.

Natascha Groß ist die neue Kita-Leiterin in der Mauerstraße in Eschwege. Ihr Start war nicht einfach, wenn man so mitten in der Pandemie Abstand einhalten muss.

Eschwege - Kaum hat sich Natascha Groß an den runden Besuchertisch in ihrem Büro gesetzt, klopft es schon an der Tür – es gibt ein Problem in den Waschräumen. Die neue Kitaleiterin in der Mauerstraße in Eschwege hastet nach draußen und bespricht Lösungen mit ihrem Team. „Ich wollte schon immer Kita-Leiterin werden“, sagt die 26-Jährige, als sie zurück in ihr Büro kommt und die Tür einen Spalt breit offenlässt. „So, falls noch etwas ist“, erklärt Groß und lächelt.

Und bei der Kitaleiterin, die seit Juli in der Mauerstraße im Einsatz ist, und seit Oktober diese alleine leitet, gibt es immer etwas zu tun. „Morgens ist meistens die Büroarbeit zu erledigen“, erklärt die gelernte Erzieherin. Parallel geht die Leiterin zu den Kindern in die einzelnen Gruppen, um sich ein Bild von deren Alltag und Bedürfnissen zu machen. „Ich muss ja wissen, was in der Arbeit mit den Kindern noch fehlt“, erklärt Groß ihren Leitungsplan. Gerade an der stetigen Verbesserung der pädagogischen Konzepte ist die 26-Jährige interessiert. Mehr Zeit dafür erhofft sie sich durch die gesetzlich geplanten Entlastungen von Kita-Leitungen, durch das Gute-Kita-Gesetz. „Wir haben einen Erziehungsauftrag und mit mehr Kapazitäten können wir auch mehr Neues ausprobieren“, erklärt Groß.

Das Wissen über pädagogische Konzepte und die Betreuung vom Kleinkind bis zum Teenager hat die 26- Jährige aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg, aus ihren vorherigen Arbeitsplätzen mitgebracht. „Nach meiner Ausbildung war ich in der Jugendhilfe und im therapeutischen Wohnen tätig“, sagt Groß. Aus der Arbeit mit Flüchtlingskindern und Kindern, die an Traumata leiden, war die neue Chefin in der Mauerstraße bereits im Schwalm-Eder-Kreis tätig. „Ich wusste zwar, dass ich einmal Kita-Leiterin werden will, aber davor wollte ich mich noch umfassend fortbilden“, erklärt die 26-Jährige.

Mit ihrer neuen Position in der Kita Mauerstraße hat sie ihren Wunschberuf erreicht. „Ich kann mir gut vorstellen, sehr lange hierzubleiben“, bestätigt die 26-Jährige.

Ihr Einstieg in der Pandemiezeit war allerdings gar nicht so einfach, berichtet Groß. Weil Außenstehende die Kita in Coronazeiten nicht betreten dürfen, bereitete sich Groß mit Texten und Bildern auf die Arbeitsabläufe vor. Auch das Gebäude selbst lernte Groß erst Anfang Juli, zu Beginn ihrer Einarbeitung, kennen. „Vorher habe ich mir die Räume auf Fotos angeschaut“, berichtet die Leiterin. Auch der Kontakt zu den Eltern sei mit den Hygienemaßnahmen nicht umfangreich möglich. „Man sieht sich nur kurz an der Tür“, bedauert die 26-Jährige.

Wegen der Abstandsbestimmungen hat die neue Kitaleiterin auch einen weniger intensiven Kontakt mit den Kindern. „Wir müssen im Moment alle getrennt essen: die Kinder in ihren Gruppen und ich mache in meinem Büro Pause“, erklärt Groß.

Den schwersten Einschnitt für den Kita-Alltag sieht die Leiterin allerdings durch das nur eingeschränkt mögliche Singen. „Eigentlich sind wir eine musikalische Kita, jetzt dürfen wir aber zumindest draußen singen“, berichtet Groß. Auf dem Spielplatz hinter der Kita kommen dann – trotz Pandemie – alle Gruppen mit Distanz zusammen. (Von Kim Hornickel)

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