Eschweger Kita-Neubau wird teurer - dafür höhere Zuschüsse 

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Kindergartenneubau: So soll die neue Tagesstätte aussehen, die am Bahnhof in Eschwege gebaut wird. Die Fassade zur Straße bekommt eine Holzverkleidung. 

Der neue Kindergarten, der in Eschwege gebaut werden soll, wird voraussichtlich etwa eine halbe Million Euro teurer als zunächst geplant, kostet die Stadt aber rund 1,4 Millionen Euro weniger als veranschlagt.

Eschwege. Der neue Kindergarten, der in Eschwege gebaut werden soll, wird voraussichtlich etwa eine halbe Million Euro teurer als zunächst geplant, kostet die Stadt aber rund 1,4 Millionen Euro weniger als veranschlagt. Darüber informierten die Planer die Mitglieder des Bau- und Umwelt- sowie des Finanzausschusses während einer gemeinsamen Sitzung am Dienstagabend.

Kosten belaufen sich jetzt auf 4,3 Millionen Euro

Die Gesamtkosten werden sich jetzt auf mehr als 4,3 Millionen Euro belaufen. Der Eigenanteil sinkt von drei Millionen Euro auf 1,6 Millionen Euro. Der Grund: Die Summe der Zuschüsse steigt erheblich. Aus einem Landesprogramm fließen 1,5 Millionen Euro in das Projekt, 1,2 Millionen Euro kommen aus EU-Mitteln. Beide Ausschüsse empfehlen der Stadtverordnetenversammlung, die am 12. Dezember darüber zu beschließen hat, die Aufstockung des Budgets auf jetzt gut 4,3 Millionen Euro.

Höhere Kosten schaffen Mehrwert

Mit den höheren Gesamtkosten, so Christian Gundlach (Stadt Eschwege), werde auch ein Mehrwert geschaffen. Marc Köhler vom Architekturbüro Karampour und Meyer wies auf den Anspruch der Nachhaltigkeit bei der Planung hin. Nachwachsende Rohstoffe würden verwendet, wo das möglich ist. Auf einem Teil des Daches wird eine Photovoltaikanlage montiert, die übrigen sollen begrünt werden. Die Fassade zur Straße ist in einer Kombination von Holz und Glas geplant. Bis zu sechs Gruppen finden in der Einrichtung Platz, untergebracht in zwei Flügeln, die mit einem Funktionstrakt verbunden sind. Im Innenhof planen die Architekten mit großzügiger Bepflanzung und einer Bobby-Car-Bahn. In einer Profiküche wird für die Kinder der Einrichtung gekocht, außerdem wird von dort die zweite städtische Tagesstätte in Oberhone versorgt.

Rohbau ist bereits ausgeschrieben

Die Rohbauarbeiten wurden bereits ausgeschrieben. Die Angebote liegen unter der veranschlagten Kosten. Der Baubeginn ist Mitte Dezember vorgesehen, mit der Fertigstellung rechnen die Planer im Februar übernächsten Jahres. In der Kreisstadt werden dringend weitere Betreuungsplätze benötigt. Momentan sind Kinder in sogenannten Notgruppen untergebracht.

In Eschwege fehlen 60 bis 80 Kitaplätze

„Nach unseren Berechnungen fehlen derzeit zwischen 60 und 80 Plätze“, rechnete SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag gestern in einer Stellungnahme der Sozialdemokraten vor. „Improvisierte Notgruppen in bestehenden Kindergärten und das Abweisen suchender Eltern dürfen im Sinne einer familienfreundlichen Stadt nicht die Regel bleiben“, erklärt Feiertag.

Auch wenn die SPD vor dem Hintergrund die Altstadt als Wohnstandort zu stärken, an Stelle eines zentralen Standortes am Bahnhof mehrere kleinere Standorte in der Altstadt bevorzugt hätte, seien die vorgestellten Planungsansätze gut. Es geht nun darum, die Planungen schnell umzusetzen, „um den seit 2015 andauernden Notstand an Kindergarten- und Krippenplätzen endlich zu beseitigen“.

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