Kinder und Eltern protestieren

Klassengemeinschaft an FWS droht die Zerschlagung

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Protestieren gegen die Klassenzusamenlegung: (von links) Michael Kruse, Claudia Safnef, Friedel Lenze und Dirk Anhof vom Elternbeirat. 

Eschwege. Für 87 Mädchen und Jungen beginnt das nächste Schuljahr an der Friedrich-Wilhelm-Schule in Eschwege mit erheblichen Veränderungen. Behördlich angeordnet werden vier jetzt achte und dann neunte Klassen an dem Gymnasium zu drei Klassen zusammengelegt.

Niemand der Beteiligten will das – Eltern und Schüler laufen Protest dagegen, die Schulleitung setzt wenig begeistert um, was die Verordnungen aus dem Ministerium vorgeben.

„Das tut mir schon weh“, sagt Schulleiter Dr. Hans-Joachim Vock. „Die Kinder haben geweint, sie sind emotional stark betroffen.“ Die Eltern der vier Klassen protestieren beim Schulamt und gegenüber dem Kultusministerium gegen die Pläne als solches und auch gegen das Verfahren. „Wir wurden viel zu spät eingebunden“, beschwert sich Elternbeirat Friedel Lenze.

Eigentlich wäre die Zusammenlegung der Klassen schon mit Beginn des aktuellen Schuljahres fällig gewesen. Die Schülerzahl in der Jahrgangsstufe war unter 90 gesunken: Gymnasialklassen dürfen bis zu dreißig Schüler pro Klasse groß sein. Aus überschaubaren Lerngruppen von jetzt 22 Kindern werden im neuen Schuljahr Klassenverbände mit 29 oder 30 Mädchen und Jungen. 

„Viel zu groß“, argumentieren die Eltern. In den naturwissenschaftlichen Fächern reichten die Laborarbeitsplätze dann nicht aus, insgesamt steige der Lärmpegel an. Schon jetzt seien die Schüler mit Unterrichtsausfall großen Umfangs in Hauptfächern belastet. In Mathematik werde als „Vertretungslehrer“ gar ein Erstsemester-Student eingesetzt.

Ob der Protest schließlich zum Erfolg führt, dazu wollen die Eltern keine Einschätzung treffen. Aber: „Es ist der richtige Zeitpunkt, Druck aufzubauen“, findet Elternvertreter Friedel Lenze mit Hinweis auf die Landtagswahlen in diesem Jahr. Protestschreiben wurden deswegen auch an die Abgeordneten und Kandidaten versendet.

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