Hessen-Forst möchte auf Radsportler zugehen

Mountainbiker im Kreis: Nur eine kleine Schar sorgt für Ärger im Wald

Ein Mountainbiker fährt den Berg hinab, man sieht sein Lenkrad.
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Mit Tempo den Berg hinab: Mountainbiker halten sich laut verschiedener Interessengruppen im Wald zu einem sehr großen Teil an die Regeln.

Coronabedingt scheint der „Druck“ auf den Wald deutlich höher zu sein als sonst, berichtet die Landesbehörde Hessen-Forst. Für Ärger sorgen Mountainbiker aber im Kreis kaum.

Die Menschen zieht es laut Hessen-Forst mehr in die Natur und damit sind auch Wege stärker von Mountainbikern befahren, sagt Jürgen Willig, der als Sachbereichsleiter unter anderem für Naturschutz, Walderholung und Tourismus zuständig ist.

Wir nahmen das jüngste Interview unser Zeitung mit Marco Lenarduzzi, dem Geschäftsführer des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land, zum Anlass, uns bei den unterschiedlichen Interessesenvertretern über den Einfluss des Mountainbike-Sports im Werra-Meißner-Kreis umzuhören. Lenarduzzi hatte bestätigt, dass man zunehmend von Konflikten zwischen Wanderern und Radsportlern erfahre. Wenige Zeitgenossen würden für einigen Verdruss sorgen.

Motocrossfahrer machen viel eher Probleme

Rund um Eschwege und den Meißner begegne man den Sportlern häufiger, bestätigt Dr. Jörg Brauneis vom Jagdverein Hubertus Eschwege. Ab und an höre man von Rowdys, die querfeldein fahren würden, über Wiesen, durch Verjüngungsflächen und zur Dämmerungszeit, wo das Wild sehr empfindlich sei.

„Ich muss aber sagen, dass die meisten sich auf Forstwegen und kleineren Pfaden halten“, sagt der Jäger. Da, wo viel gewandert werde, sei das Wild ohnehin „nicht aus Zucker“, so Brauneis. „Ein größeres Problem mit dem Bikern gibt es eher im Habichtswald“, sagt Dr. Thomas Rysavy, Leiter des Forstamtes Wehretal. In seinem Bereich machten viel eher Motocrossfahrer Probleme, die große Erosionsrinnen im Wald hinterließen.

„Nicht alle Radfahrer über einen Kamm scheren“

„Man sollte nicht alle Radfahrer über einen Kamm scheren“, sagt Matthias Dumm, Forstamtsleiter in Hessisch Lichtenau. Es käme punktuell zu Problemen, 95 Prozent der Fahrer seien aber kooperativ. Auch die beiden Rundtouren durch den Kaufunger Wald bei Großalmerode hätten viel entzerrt.

Die Landesbehörde Hessen- Forst strebt nun einen Ausgleich zwischen Mountainbikern, Naturschutz und Waldbesitzern an. „Wir sind dabei, ein Erholungswaldkonzept aufzustellen, in dem das Thema Mountainbiking eine zentrale Rolle einnimmt“, so Willig. Man wolle den Sportlern gegenüber als Partner auftreten und sie bei der Suche nach legalen Strecken unterstützen, beziehungsweise auch selbst mitzugestalten.

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