Wildkatzenkinder in Ruhe und im Wald lassen

Kampagne für Wildkatzen
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Schilder weisen auf den richtigen Umgang hin: Simon Menke, Mitarbeiter beim Geo-Naturpark und Berufsjäger, hat in den vergangenen Wochen Erklärungen entlang der Wanderwege angebracht.

Mit einer Infokampagne wollen BUND und Naturpark darauf aufmerksam machen, dass kleine Wildkatzen im Wald bleiben müssen und nicht mitgenommen werden. Die Tiere seien nicht in Not.

Werra-Meißner.  „Wildkätzchen im Wald lassen!“ – unter diesem Motto starten der Geo-Naturpark, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Hessen und Hessen-Forst in diesem Frühjahr eine gemeinsame Kampagne. Ziel ist es, mithilfe von Hinweisschildern an Wanderparkplätzen und weiteren öffentlichen Orten die Waldbesucher zu informieren, vermeintlich verwaiste Kätzchen nicht anzufassen oder gar mitzunehmen.

Wildkatzen erwarten jetzt Nachwuchs 

Neben Rehen, Wildschweinen und Füchsen bekommt in diesen Monaten auch die im Geo-Naturpark beheimatete europäische Wildkatze Nachwuchs. „Das Muttertier ist in der Regel nicht weit weg, gerade kurz auf Mäusejagd oder versteckt sich in unmittelbarer Nähe“, erklärt Simon Menke, Mitarbeiter beim Geo-Naturpark und gelernter Berufsjäger. Das gilt im Übrigen für viele Tierkinder im Wald: Elterntiere sind weg, um die Jungen zu versorgen.

Hinweistafeln klären auf  

Die neuen Hinweisschilder klären darüber auf, dass in der Region Wildkatzen leben und bitten die Waldbesucher, gesichtete Jungkatzen nicht zu stören und nur aus großer Entfernung zu beobachten. Sichtungen dürfen jedoch gerne dem BUND oder dem Geo-Naturpark gemeldet werden – für diesen Fall sind auf dem Schild die Kontaktdaten vermerkt. Auch bei Fragen stehen beide Stellen zur Verfügung.

Sehen in ersten Lebenswochen Hauskatzen zum verwechseln ähnlich 

„Unser Ziel ist es zu verhindern, dass die grau getigerten Wildkätzchen aus dem Wald mitgenommen werden. Besonders in den ersten Lebenswochen sehen sie Hauskatzen zum Verwechseln ähnlich“, sagt Simon Menke. „Die Tiere landen, sobald sie etwas älter sind und wildkatzentypische Verhaltensweisen zeigen, bestenfalls in Schutzstationen. Das bedeutet für die Kätzchen jedoch enormen Stress. Auch die Ansteckungsgefahr mit Krankheiten ist hoch und kann den Tod für die Tiere bedeuten. Auswilderungen zurück in die freie Natur klappen leider nicht immer. Daher gilt: bitte nicht anfassen oder stören.“

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