Kleinkunst eine Perspektive bieten

Neues Programm der Kulturinitiative Hängnichrum

Ein Mann steht unter einem Schirm. Der Mann lächelt und hält ein Stethoskop an einen roten Schuh. 
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Wird im März in Frankershausen zu sehen sein: Josef Brustmann. In seinem Programm „Das Leben ist zu kurz, kauf die roten Schuhe“ bietet er Kabarett mit viel Musik auf allerlei skurrilen Instrumenten.

Das Coronavirus verlagerte das Kulturleben im Kreis vorrangig ins Freie. Die Frankershäuser Kulturinitiative „Hängnichrum“ wagt nun mit neuem Programm und Konzept den Schritt nach drinnen.

Frankershausen – „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es mit der Kleinkunst auch unter den derzeitigen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie weitergeht“, sagt Knut Hildebrandt von der Berkataler Kulturinitiative Hängnichrum. Deren Veranstaltungen mit Kabarettisten, Comedians, Schauspielern und Musikern auf der Bühne der Kneipe Öx in Frankershausen ziehen in der Regel viele Besucher an, mussten im Frühjahr wegen des Virus aber abgesagt werden. Mit einem neuen Programm und einem Hygienekonzept will man nun aber in die von Oktober bis Mai übliche Hängnichrum-Saison starten.

„Zuallererst sind wir froh, dass es überhaupt wieder weitergehen kann – und das im Öx in Frankershausen“, sagt Hildebrandt. Verschiedene Veranstalter hätten in den vergangenen Monaten Kultur im Freien oder per Internet-Livestream angeboten, für die Kulturinitiative sei das aber nicht infrage gekommen.

Und was macht der Verein nun im Vergleich zum Programm vor der Corona-Pandemie anders? Statt enggedrängte Sitzplatzreihen hat der Verein nun gut 20 kleine Gastronomietische besorgt, an denen jeweils zwei bis drei oder vier bis sechs Personen sitzen können und der Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleistet ist. Darüber hinaus werden die Zuschauer nun am Tisch bedient.

„Wir erhoffen uns, dass damit ein bisschen Varieté-Atmosphäre entsteht“, sagt Hildebrandt. Bis zu 50 Besucher könnten so im Saal der Kneipe Öx in Frankershausen Platz finden. Alles sei mit der Ordnungsbehörde der Gemeinde Berkatal abgestimmt.

Damit das Konzept aufgeht, investiert die Kulturinitiative Hängnichrum: nicht nur in neue Tische, sondern auch in zwei Luftreinigungsgeräte. „Die sollen die Aerosol-Belastung reduzieren“, so Hildebrandt. Außerdem gelte es einen Kompromiss einzugehen: Mit den Künstler werde man absprechen, mehr als nur eine Pause im Mittelteil ihres Programms zu machen – auch, um den Saal zu lüften.

Knut Hildebrandt

An der Konstellation des über Jahre bewährten Programms in Frankershausen wird sich derweil nichts ändern: Der Verein setzt vor allem auf eine Mischung aus Kabarett, Comedy und Musik. Sowohl die Agenturen als auch die Künstler seien froh, dass es weiterginge – selbst unter geänderten Vorzeichen.

„Damit besteht für die Künstler auch wieder die Chance, ihren Lebensunterhalt zu verdienen“, so Hildebrandt. Die Kulturinitiative Hängnichrum rechnet mit durchschnittlich 40 Personen pro Veranstaltung, was laut Hildebrandt in keinem Fall die Gage der Künstler decke. „Wir haben uns aber dazu entschieden, es trotzdem zu machen. Nicht nur als Zeichen der Perspektive, sondern auch, um der Region auch in der kühleren Jahreszeit ein Kleinkunst-Angebot zu bieten“, so Hildebrandt.

Um etwas finanzielle Sicherheit zu haben, werde nun erstmals ein Online-Kartenverkauf eingeführt, nicht nur die bloße Möglichkeit, Tickets vorab zu reservieren.

Selbstverständlich ist man aber auch auf spontane Änderungen vorbereitet, je nach Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland. „Deswegen haben wir in diesem Jahr auch kein großes Programmheft entworfen, sondern nur einen Flyer“, so der Sprecher der Kulturinitiative. Vielleicht müsse man die Besucherzahl wieder reduzieren, vielleicht dürften keine Veranstaltungen mehr stattfinden oder sogar wieder mehr Besucher kommen.

Mehr Informationen zum neuen Programm, Eintrittskarten und dem Hygienekonzept gibt es hier.

(mmo)

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