WFG plädiert für Umdenken der Wirtschaft im Kreis

Klimaschutz: WFG plädiert für Umdenken der Wirtschaft im Werra-Meißner-Kreis

Dr. Lars Kleeberg
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Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner: Dr. Lars Kleeberg.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Werra-Meißner-Kreis (WFG) möchte sich für eine Wirtschaft einsetzen, in der Wachstum mit Wohlstand und Klimaschutz in Zukunft harmonieren.

Dazu seien zum Beispiel Konzepte notwendig, durch welche die Kommunen bei der Erreichung ihrer Klimaschutzziele unterstützt werden, ebenso die Unternehmen bei der Reduzierung der ständig steigenden Kosten für Betrieb und Produktion.

Genau das geschieht gerade in Witzenhausen mit dem Modellprojekt „Wirtschaft 4.0“. Seit April 2020 erprobt die Stadt das Konzept, das über die reine Unternehmensförderung hinausgeht und stattdessen die gesamte Wirtschaft der Stadt in den Blick nehmen soll.

Aber auch die Gewerbegebiete der Zukunft könnten sich durch energiesparende Betriebe auszeichnen, die Strom und Wärme oder Regenwasser aus regenerativen Energien nutzen und die E-Ladesäulen bereitstellen. In den vergangenen Jahren habe die Wirtschaftsförderung bereits begonnen, heimische Unternehmen auf diesem Wege zu unterstützen und zu begleiten: etwa die Pauly Group in Neu-Eichenberg bei der Entwicklung patentierter Öko-Technologien für Städte, Gemeinden und private Unternehmen.

Zeitpunkt für Umstieg war nie besser

„Der Zeitpunkt zum Umstieg auf eine ressourcenschonende Produktion war nie besser“, sagt Dr. Lars Kleeberg. „Negativ gesehen, weil das Klima immer mehr geschädigt wird, positiv gesehen, weil der durch Covid-19 notwendige Wiederaufbau der Wirtschaft jetzt die Chance bietet, wirtschaftliche Anreize mit dem Klimaschutz zu verknüpfen.“ Der gesellschaftliche Druck sei durch die Fridays-for-Future-Bewegung spürbar größer geworden. 

Die Firma Köhler Kalk in Vockerode hat Energiekosten und den Schadstoffausstoß im Produktionsprozess eingespart, ebenso wie Conrad Liphardt & Söhne in Epterode. Und schließlich hat die Nafatec in Sontra Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Bambus, Flachs, Hanf und Jute entwickelt, die nicht nur in der Automobilindustrie eingesetzt werden und dort die Verwendung von Kunststoffen ablösen können. Weitere Unternehmen sollten ihre Wettbewerbsvorteile im nachhaltigen Wirtschaften entdecken.

„Die Unternehmen müssen fit für die Wirtschaft von morgen gemacht werden“, sagt Kleeberg. Dazu seien staatliche Anreize und Förderprogramme notwendig, damit sie „in eine ressourcenschonende Produktion investieren.“ Kleeberg zählt auch dazu, dass Pendler stärker im Homeoffice arbeiten können, um so die CO2-Emissionen zu verringern. (kw)

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