Kliniken und Pflegeheime im Kreis richten sorgsamen Blick auf Speisen

Eschwege – Klinikpatienten und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen werden oft unnötigen Risiken ausgesetzt, so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit(BVL).

Als Grund gab das BVL an, dass oft Lebensmittel wie Rohwürste und Tiefkühlbeeren, die mit Keimen belastet seien und bei empfindlichen Menschen Infektionskrankenheiten auslösen könnten, auf dem Speisenplan stünden.

Im Klinikum Werra-Meißner jedenfalls ist das nicht so. Auf Salate werde ebenso verzichtet wie auf Mettwurst, Gehacktes, Räucherfisch und Rohmilchkäse, sagt Gerd Ellmann, der als Verpflegungsmanager für die Speisenversorgung verantwortlich ist. Und Frischobst werde höchstens geschält angeboten, Bananen und Kiwis gar nicht.

Nicht ganz so strikt wird es in den Alten- und Pflegeheimen im Werra-Meißner gehandhabt, wie eine Umfrage bei einigen Einrichtungen ergab. Bezüglich Lebensmittelhygiene lassen sie durchblicken, dass die Mitarbeiter diesbezüglich besonders geschult und sensibilisert seien.

Im Pflegezentrum Lindenhof in Eschwege stehen Gehacktes, Weichkäse, Räucherfisch und Co. auf dem Speisenplan. Auch in den Seniorenheimen der Arbeiterwohlfahrt Nordhessen in Eschwege, Hessisch Lichtenau, Sontra und Witzenhausen werden Feinkostsalate wie Kartoffelsalat und Grüne Soße angeboten, aber darauf geachtet, dass sie erst kurz vor dem Verzehr zubereitet werden, wie Awo-Pressesprecherin Sigrid Wieder konkretisiert.

Je nach Saison würden Bananen, Orangen, Äpfel und Birnen angeboten, teilt Leiterin Helene Klässig vom Geriatrie-Zentrum Rhenanus in Bad Sooden-Allendorf mit. Das Obst werde vor dem Verzehr gewaschen und teilweise geschält und geschnitten. Und in der Küche für die Einrichtungen der Diacom Altenhilfe Eschwege wird bewusst auf „nicht saisonales Obst aus fernen Ländern“ verzichtet, wie Geschäftsführer Torsten Rost erklärt.

Die beruhigendste Auskunft kommt vom Kreisgesundheitsamt: Während dem BVL und dem Robert-Koch-Institut allein 2017 Meldung von 389 lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen bundesweit gemacht wurden, gab es im Werra-Meißner-Kreis in den zurückliegenden Jahren nicht einen einzigen solchen Fall.

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