Prävention beginnt im Kindergarten: Programm Papilio auf Tour durch hessische Kommunen

Kobolde zu Gast im E-Werk

Paula und die Kistenkobolde: Die Puppen spielten von links Andrea Graf, Susanne Striedl, Stefan Schnieder und Kristina Lehmann. Foto: Meyer

Werra-Meißner. Vier Kobolde, die nicht so recht wissen, was mit ihnen los ist, bekommen von einem kleinen Mädchen gezeigt, was Gefühle denn eigentlich bedeuten. Die Geschichte um Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold begeisterte gestern in mehreren Vorstellungen hunderte Kindergartenkinder im Eschweger E-Werk.

Das Theaterstück ist Teil der bundesweiten Aufklärungskampagne „Frühzeitige Prävention im Kindergarten“ des Präventionsprogramms Papilio gemeinsam mit der Augsburger Puppenkiste.

Papilio richtet sich an Kinder im Kindergartenalter und soll Verhaltensauffälligkeiten mindern und soziale und emotionale Kompetenzen stärken. Wissenschaftlich ist bewiesen, dass so die Gefahren von Sucht- und Gewaltbereitschaft im jugendlichen Alter verringert werden können.

Harald Nolte von der Fachstelle für Suchtprävention betont nochmal, dass die Kistenkobolde nur ein Teil des Programms seien, im Mittelpunkt stehe der ganzheitliche Ansatz der Präventionsmaßnahme. „Wichtig ist, dass Erzieher und Eltern gemeinsam nach dem Papilio-Konzept arbeiten, sagt er.

Das bestätigt auch Rosel Renner, Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte Kreuzkirche in Eschwege: „Wir erklären den Eltern die Regeln und Grenzen des Programms und schildern ihnen die Erfolge in Gesprächen“, sagt sie. In der Kindertagesstätte Kreuzkirche sei der „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“ eigentlich schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Kinder würden sich schon darauf freuen und auch die vier Kobolde seien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. „Sie helfen den Kindern vor allem dabei, Regeln und Grenzen einzuhalten“, sagt Renner.

Seit 2006 wird das Präventionsprogramm im Werra-Meißner-Kreis bereits umgesetzt. Vier Kindergärten und 59 Erzieher haben bereits das Papilio-Zertifikat im Kreis. Sie werden von speziellen Papiliotrainern in Seminaren geschult.

„Im Kreis gibt es knapp 60 Kindergärten“, sagt Harald Nolte, der selbst als Papilio-Trainer tätig ist. „Wir arbeiten daran, dass es noch viel mehr werden.“ Das Hessische Sozialministerium unterstützt die Präventionsstrukturen vor Ort und somit auch das Projekt Papilio. Die AOK Werra-Meißner hat in den acht Jahren seit Projektstart bereits knapp eine Millionen Euro in das Präventionsprojekt investiert, 2013 allein 150 000 Euro.

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