Kochen um den Dietemannpokal

Geprüft. Berufsschullehrer und Koch Matthias Blackert greift seinen Schützlingen Lisa Füllgrabe und Julia Leutebrand aus der 11BFN0 der Beruflichen Schulen in Eschwege ein wenig unter die Arme und schmeckt die Vorsuppe persönlich ab. Fotos: W. Skupio

es ist zwar ein ganz erheblicher Aufwand, den Matthias Blackert jedes Jahr auf sich nimmt, die Resonanz hat diesen Aufwand jedoch stets gerechtfertigt. Der Berufsschullehrer und Koch hat sich vor zehn Jahren einen Kochwettbewerb für die Berufsfachschule ausgedacht, der schon über die Kreisgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt hat, den Dietemann-Kochpokal.

„Ich fand das eine schöne Idee, sich mit den Berufsfachschulklassen des gleichen Schwerpunktes von anderen Schulen zu messen“, erinnert sich Blackert. Inzwischen ist der Ablauf schon Routine. Bis vier Tage vor Wettbewerbsbeginn müssen die teilnehmenden Schulteams einen Menüvorschlag zum Thema einreichen. Dann beginnt früh morgens um acht Uhr der Wettkampf mit der Begrüßung und Einweisung der Teams. „So etwas muss sein“, sagt Blackert, „denn die Schüler kommen ja hier nach Eschwege und kennen sich in unserer Lehrküche erst einmal gar nicht aus“.

Schüler aus ganz Nordhessen waren wegen des Wettbewerbs schon zu Gast in der Lehrküche der Beruflichen Schulen in Eschwege. Darunter Schulen aus Bad Hersfeld, Bebra, Witzenhausen, Kassel und in diesem Jahr auch Hofgeismar. Damit der Wettbewerb pünktlich starten kann, reisen die Hofgeismarer Schüler der Herwig-Blankertz-Schule schon am Vortag an.

Die Lehrer Sören Kaufmann und Anja Bomberg begleiten die acht Schüler, die sich qualifizieren konnten. „Wir hatten in Hofgeismar mehr Bewerber, als zu vergebende Plätze. Die beiden Gruppen, mit denen wir heute da sind, haben ein schulinternes Wettkochen um die Teilnahme gewonnen“, erklärt Kaufmann.

Für die Schüler aber sei es nicht nur eine Erfahrung, sondern eine Auszeichnung, berichtet der Pädagoge.

„Aber auch wir Lehrer haben etwas davon. Pädagogisch geht es nicht besser. Von dem Engagement, dass die Schüler bei dem Wettbewerb entwickeln, profitieren wir noch die nächsten Wochen“, erzählt Kaufmann.

Pädagogisch geht es nicht besser, von dem Wettbewerb profitieren wir noch die nächsten Wochen.

Sören Kaufmann

Dass in diesem Jahr neben den Gastgebern, der Klasse 11BFN0 der Beruflichen Schulen, nur die Schüler aus Hofgeismar um den Dietemann-Kochpokal kämpfen, hat einen Grund. „Wir mussten letztes Jahr aussetzen, da keine Berufsfachschulklasse im Schwerpunkt Ernährung zustande gekommen ist“, berichtet Blackert. Diese sei jedoch nötig, um die Organisation des Wettkochens gemeinsam mit dem Kollegen Carsten Legel stemmen zu können.

Vegetarisch kochen, das ist die Herausforderung, der sich die 16 Schüler stellen müssen. „Wir wollen den Schülern damit die Vielfalt der vegetarischen Küche zeigen“, sagt Carsten Legel. Die Schüler aber beweisen Kreativität und zaubern ganz ohne Fisch und Fleisch vier hervorragende Drei-Gänge-Menüs. Neben der Planung und Durchführung wird letztendlich auch die Präsentation der Speisen beurteilt. Auch die Hygiene, sowie Systematik und Zeitplanerstellung werden bewertet So ergeben sich Lerneffekte, die die Schüler später in anderen Berufen ebenfalls gebrauchen können.

Gewonnen hat schließlich das Team 2 aus Hofgeismar. Leer geht aber keiner aus, denn außer Erfahrung erhalten die Schüler auch Sachpreise.

Von Wolfram Skupio

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