Komasaufen: Weniger Jugendliche mit Alkoholvergiftung

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Werra-Meißner. In Hessen ist die Zahl jugendlicher Komasäufer deutlich gesunken. Für den Werra-Meißner-Kreis bestätigen sich die Zahlen im Langzeittrend - 2013 stieg die Zahl der Fälle für ein Jahr von 25 auf 32 leicht an.

Hessenweit kamen nach aktuellen Informationen der DAK-Gesundheit in dem Jahr 1403 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Nach bislang unveröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes sank die Zahl der Betroffenen im Vergleich zu 2012 um 31 Prozent.

Für 2014 verkündet Harald Nolte, Leiter der Fachstelle für Suchtprävention in Eschwege, wieder einen Rückgang. 24 Mädchen und Jungen wurden stationär aufgenommen. 2009 waren es noch 34. „Allerdings müssen wir die Silvesterzahlen noch abwarten“, warnt der Diakonie-Mitarbeiter vor nicht zu unterschätzenden Saufgelagen von Jugendlichen zum Jahreswechsel.

Nolte macht drei Gründe für die verbesserten statistischen Zahlen aus: • 2010 wurde das Projekt HaLt (Hart am Limit) eingeführt. Damit werden die Jugendlichen erreicht, die mit Alkoholvergiftungen eingeliefert werden. Zusammen mit den Eltern wird eine Rückfallprophylaxe betrieben. Zusammen mit Ordnungsämtern, Polizei, Vereinen, Jugendförderungen und Schulen wird Aufklärungsarbeit betrieben.
• Die Vernetzung wurde verbessert. „Mit den beiden Krankenhäusern in Eschwege und Witzenhausen haben wir Verfahrensrichtlinien entwickelt“, erklärt Nolte.
• In Kooperation mit der Jugendförderung des Werra-Meißner-Kreises und dem Arbeitskreis Kommunale Jugendarbeit wurde das Gütesiegel „Wir sind Nachfrager“ ins Leben gerufen. Vereine, Festveranstalter, Einzelhändler, Tankstellen und Gaststätten/Diskotheken achten darauf, wem sie Alkohol ausgeben.

Von Tobias Stück

„Die zurückgehenden Zahlen dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen“, sagt Nolte.

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