Kommunen: Land lässt Sport und Verein hängen - Bürgermeister fordern mehr Geld für Sportstätten

Werra-Meißner. Die Kommunen im Werra-Meißner-Kreis fühlen sich bei der Unterhaltung ihrer Sportstätten vom Land Hessen finanziell im Stich gelassen. Das hat eine Umfrage bei den Bürgermeistern ergeben. Die Leidtragenden seien vor allem die Sportler und Ehrenamtlichen.

„Die Sportförderung des Landes Hessen müsste mehr darauf ausgerichtet sein, die Gemeinden bei den Betriebskosten zu unterstützen. Allein Meinhard stellt jährlich mehr als 70 000 Euro im Haushalt für die Sportförderung ein“, sagt Verwaltungschef Gerhold Brill. Die Kosten entstünden durch die Pflege der Sportplätze und die Benutzung der Gebäude. „Einen Zuschuss vom Land erhalten wir hierfür nicht“, moniert Meinhards Bürgermeister.

Ähnlich sieht es sein Großalmeröder Kollege Andreas Nickel. „Es ist ein berechtigter Anspruch der Bürger, dass sich auf der Grundlage einer ausreichenden Finanzierung die Kommunen auch um die notwendige Bereitstellung von Sportstätten kümmern und den Sport vor Ort bestmöglich fördern.“ Es sei daher nicht vermittelbar, wenn Verwaltungen notwendige Investitionen wegen klammer Kassen bis auf den „Sanktnimmerleinstag“ zurückstellen müssten. Ebenso verhalte es sich mit Überlegungen des Rechnungshofes, die kostenfreie Nutzung der Sportstätte zu beenden.

Die Gemeinde Herleshausen ist vor allem wegen ihres Hallenbades betroffen. Dort werde Schulsport betrieben, einen Ausgleich für die in Schutzschirm-Zeiten schwer zu stemmenden Betriebskosten gebe es aber nicht. Bürgermeister Burkhard Scheld kritisiert die mangelhafte Grundfinanzierung und den schweren Zugang zu Fördergeldern.

Das sieht auch Wehretals Verwaltungschef Jochen Kistner so. Vereine könnten die Unterhaltungskosten nicht tragen – für Kommunen, die unter dem Schutzschirm stünden, sei das aber auch schwer. 

Sportstätten auch Thema im Landtag

Abgeordneter Dieter Franz (SPD) kritisierte die fehlende finanzielle Unterstützung jüngst im Landtag, obwohl Sport und Ehrenamt vor allem in Städten und Gemeinden stattfänden. Er fordert mehr Unterstützung. „Statt durch kommunalaufsichtliche Vorschriften mitzuteilen, dass sich die Kommunen Sportstätten nicht mehr leisten können.“ Die SPD-Fraktion habe daher versucht, bei den Haushaltsberatungen im vergangenen Jahr diese missliche Situation mit einem Programm von 20 Millionen Euro zu begegnen. Dieses sei jedoch vom Land abgelehnt und nun stattdessen kurz vor der Wahl als Zehn-Millionen-Programm über fünf Jahre aufgelegt worden.

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