Hessen-Forst ist raus

Kommunen müssen neue Vertriebswege für ihr Holz suchen

Ein Forstwirtschaftsmeister vomForstamt Wolfhagen.
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Hessen-Forst muss sich aus der Holzvermarktung für Forstflächen ab 100 Hektar zurückziehen. Unser Symbolfoto zeigt einen Forstwirtschaftsmeister des Forstamts Wolfhagen. 

Kommunen mit über 100 Hektar Waldfläche sind gerade dabei, die Vermarktung des Holzes neu zu organisieren. Grund: Hessen-Forst muss sich aus der Holzvermarktung für Forstflächen ab 100 Hektar zurückziehen.

Das hat das Bundeskartellamt entschieden. Betroffen sind auch private Firmen und Waldbesitzer. „Es zeichnet sich jetzt aber eine einheitliche Lösung ab“, sagt der Leiter des Forstamtes Hessisch Lichtenau, Matthias Dumm.

Unter Führung der Stadt Bad Sooden-Allendorf, die mit über 2000 Hektar Kommunalwald die größten Forstflächen im Kreis hat, haben sich die Kommunen in einer Arbeitsgruppe zusammengetan und verschiedene Holzvermarktungsorganisationen geprüft. Die Entscheidung, welche Organisation die Vermarktung des Holzes ab Anfang kommenden Jahres übernimmt, obliegt nun der Zustimmung der Gemeindeparlamente. Die Gemeinde Wehretal beispielsweise mit 123 Hektar eigenem Wald hat dem Beitritt zur Forstwirtschaftlichen Vereinigung Nordthüringen Creuzburg (FWV) ebenso zugestimmt wie Meißner und Wanfried. Eschwege mit 349 Hektar Kommunalwald befindet sich noch in der Beratung, ebenso wie Meinhard mit 135 Hektar Waldbesitz.

Dr. Thomas Rysavy

Die Beförsterung der Flächen sowie den Holzeinschlag allerdings werden wie bisher die Forstämter leisten, bestätigt Dr. Thomas Rysavy, Leiter des Forstamtes Wehretal, in dessen Zuständigkeit 18 000 Hektar Wald fallen. „Wir werden deshalb auch keine Stellen streichen müssen, da wir eh zuwenig Personal haben“, sagt Rysavy, in dessen Forstamtsbereich die Gemeinden Eschwege, Wanfried, Sontra, Waldkappel, Wehretal, Ringgau, Meinhard sowie sieben Unternehmen von der kartellrechtlichen Entscheidung betroffen sind.

Beim Forstamt Hessisch Lichtenau sind es Bad Sooden-Allendorf, Hessisch Lichtenau, Meißner, Witzenhausen, Großalmerode und Kaufungen. Hessisch Lichtenau ist zuständig für eine Waldfläche von 21 000 Hektar, davon sind 14 500 Hektar Staatswald, 3400 Hektar Kommunalwald und 3100 Hektar Privatwald. (Stefanie Salzmann)

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