Handwerker im Kreis skeptisch

Kommunen vergeben Aufträge bald nur noch digital

Werra-Meißner. Ab Oktober 2018 werden Ausschreibungen von Städten, Kreisen, Ländern und Bund nur noch digital vergeben. Auch im Werra-Meißner-Kreis stehen dann Ausschreibungsunterlagen und Angebote auf elektronischen Plattformen. 

Die derzeit laufende Übergangsfrist, in der Kommunen die digitale Vergabe freiwillig nutzen können, nimmt bisher jedoch keine Gemeinde im Kreis wahr.

„Die digitale Vergabe steckt bei uns noch in den Kinderschuhen“, bestätigt Großalmerodes Bürgermeister Andreas Nickel als Sprecher der Bürgermeister. Bezüglich der Umsetzung hätten die Kommunen das Angebot des Kreises zur interkommunalen Zusammenarbeit angenommen. „Es ist beabsichtigt, eine gemeinsame Vergabeplattform kreisweit zu nutzen“, sagt Rebecca Herzog-Meister, stellvertretende Fachbereichsleiterin Organisation und Kultur der Stadt Eschwege. Größere Transparenz und Rechtssicherheit, kürzere Bearbeitungszeiten, Überprüfung der Angebote auf Vollständigkeit und weniger Kosten durch den Wegfall von Papier und Porto seien nur einige Vorteile – für Herleshausen läge die Einsparung jährlich im zweistelligen Bereich, wie Kämmerer Herbert Morgenthal mitteilt. Auch, wenn für Software und eventuell Schulungen Geld ausgegeben werden müsse, rechnet sich die Umstellung laut Bernd Westermann, Leiter der Bauverwaltung in Witzenhausen, langfristig.

Die Handwerker im Kreis stehen der Umstellung skeptisch gegenüber: „Ich habe lieber Blätter vor mir, eine Kalkulation am Rechner ist zu anstrengend“, sagt Michael Schaaf vom Malergeschäft Dietrich in Witzenhausen. Das sieht auch Martin Schneider von der gleichnamigen Tischlerei in Bischhausen so: „Irgendeine gedruckte Unterlage wird es immer geben müssen.“ Im Ablauf sei es schon eine Vereinfachung, als Laie könne er jedoch nicht nachvollziehen, ob ein Zertifikat sicher ist: „Nichts ist so unsicher wie das Internet.“ 

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