Fast jeder Jugendliche lässt sich konfirmieren

Konfirmationen liegen im Trend

Kerze zur Konfirmation: Während des Festgottesdienstes bekommen die Konfirmanden oft eine fröhlich gestaltete Kerze überreicht, die sie an diesen besonderen Tag erinnern soll. Foto: dpa

Eschwege. Unmittelbar nach Ostern beginnt die Zeit der Konfirmationen. Vom ersten Sonntag bis Pfingsten werden im Kirchenkreis Eschwege 413 Jugendliche konfirmiert.

Dekan Martin Arnold

„Das sind fast alle, die evangelisch getauft worden sind“, sagt Dekan Martin Arnold, der sich über „die erstaunlich gute Resonanz freut“. Es meldeten sich sogar immer wieder Jugendliche an, die gar nicht getauft worden seien, was dann in der Zeit des Konfirmandenunterricht nachgeholt werde.

Dass sich so viele Konfirmanden anmeldeten, sei schon deshalb erstaunlich, da sich die Jugendlichen in der schwierigen Übergangszeit zwischen Kindheit und Erwachsenenalter befänden. Einen Grund für den großen Anklang sieht er auch darin, dass sich der Konfirmandenunterricht inzwischen sehr gewandelt hat. „Wir sprechen lieber von Konfirmandenarbeit statt von Unterricht“, sagt der Dekan. So böten die Gemeinden den Jugendlichen beispielsweise Praktika und Freizeiten an. Das seien Angebote, bei denen die Konfirmanden auch etwas erleben können. Am „Erfolgsmodell Konfirmationsarbeit“, wie Arnold es nennt, werde laufend weiter gearbeitet

„Ich glaube, die meisten machen im Konfirmandenunterricht eine gute und prägende Erfahrung“, so Arnold. Das zeige sich unter anderem darin, dass die Konfirmanden oft über Jahrzehnte den Kontakt untereinander aufrecht erhielten. Treffen nach 20, 30, ja nach 50 Jahren sind keine Seltenheit“, sagte Arnold.

Mit Gelassenheit nimmt der Dekan hin, dass sich nach der Konfirmation nur noch wenige Jugendliche in der Kirche sehen lassen. „Wir sind eine Volkskirche, die keinen verpflichtet jeden Sonntag in die Kirche zu kommen“, sagte er. „Wir laden ein, es muss aber auch Interesse vorhanden sein.“

Außerdem halte er es für normal, wenn die Jugendlichen, die ein oder eineinhalb Jahre intensiv am Gemeindeleben teilgenommen hätten, nach dieser Zeit zunächst einmal ein wenig auf Distanz gingen.

Dennoch würde sich eine ganze Reihe von Jugendlichen auch nach der Konfirmation in der Kirche engagieren, etwas als Betreuer von Jugendlichen in der nächsten Konfirmandenrunde.

Von Dieter Salzmann

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