Konzern-Marketingchefin Tina Müller besucht Opel-Autohaus Heidenreich

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Gruppenbild mit Adam: Konzern-Marketingchefin Tina Müller (vorn) mit Petra und Jörg Heidenreich (hinten) am Verkaufsrenner-Modell Opel-Adam. Foto: Steinbach

Eschwege/Witzenhausen. Dass sich ein Vorstandsmitglied des Rüsselsheimer Opel-Konzerns in die Provinz verirrt, kommt eher selten vor. Opel-Marketingchefin Tina Müller besuchte am Freitag das Autohaus Heidenreich in Witzenhausen.

Zwei pfiffige Videos des Vertriebspartners zur neuen Verkaufskampagne des Autokonzerns waren der Marketingfachfrau ins Auge gefallen. Da wollte sich die Chefin gern mal selbst ein Bild vom Handelspartner auf dem flachen Land machen. Es ist in den 55 Jahren, die das Autohaus besteht, der erste Besuch eines Opel-Vorstandes, freut sich Geschäftsführer Jörg Heidenreich.

Tina Müller, die 2013 aus der Henkel-Vorstandsetage zum Autobauer gewechselt war, ist die Frau hinter der „Umparken“-Kampagne. Mit pfiffigen Werbesprüchen von den Kreativen der Agentur Scholz & Friends hat es die Marketing-Spezialistin, die zuvor im Kosmetikbereich bei Henkel die altbackene Haarpflege-Marke Schwarzkopf entstaubt hatte und in der Branche deshalb als „Shampoo-Prinzessin“ galt, geschafft, Opel bundesweit ins Gespräch zu bringen.

Aushängeschild der Kampagne, über die Deutschland spricht, ist Jürgen Klopp. Der Fußballtrainer fährt neuerdings im Opel Insignia vor und will als Markenbotschafter helfen, Vorurteile gegen die Marke mit dem Blitz abzubauen. Seit den Witzen über Manta-Fahrer in den 1970-er Jahreen werden Opel-Besitzer oft belächelt und meist bedauert. „Kloppos“ Werbebotschaft: „Dieses Vorurteil, dass man Opel nicht mehr fahren kann, ist Schnee von gestern.“

Die Rüsselsheimer wollen es nicht bloß bei Werbeversprechen belassen. Bis 2016 sollen zwei Dutzend neue Modelle auf den Markt kommen. Fünf Milliarden Euro lässt sich die US-Konzernmutter General Motors das kosten.

15 Jahre lang hatte Opel in Deutschland Marktanteile verloren, jetzt zündet die Kampgagne, liefert Opel aktuell 7,7 Prozent der Neuzulassungen, berichtet Tina Müller. 40 Prozent der deutschen Bevölkerung habe die Kampagne erreicht. Jörg Heidenreich merkt das an seinen Verkaufszahlen. 400 Neuwagen und 400 Gebrauchte jährlich verkauft das Autohaus mit 45 Mitarbeitern. Heidenreich ist unter den ersten acht deutschen Opel-Autohäusern und sagt: „Der Vorstandsbesuch ist für uns extrem motivierend.“

Und „Kloppo“? Hat seinen Porsche weggegeben, den er trotz Opel-Werbevertrag weiter fahren durfte, erzählt die Marketing-Chefin: „Der fährt jetzt auch privat nur noch Opel“.

Von Jörg Steinbach

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