Heiteres Konzert mit Großpolnischer Philharmonie Kalisch in Eschwege

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Strauß verbunden: Großpolnische Philharmonie Kalisch.

Beschwipst und beschwingt und mit einem Radetzky-Marsch in den Beinen haben die Gäste des Heiteren Konzertes zum Jahreswechsel mit der Großpolnischen Philharmonie die Eschweger Stadthalle verlassen. 

Eschwege. In der Eschweger Stadthalle wurde der Jahreswechsel im Dreivierteltakt eingeläutet. Die Großpolnische Philharmonie Kalisch hatte sozusagen einen bunten Strauß von Melodien zu Feier mitgebracht, das Beste und Bekannteste vom Walzer- und Operettenkönig Johann Strauß (Sohn) von der Fledermaus bis gezupften zur Pizzikato Polka.

Hermann Breuer am Pult

Am Pult stand wie immer Herrmann Breuer, der die Titel wortgewandt vorstellte – was eigentlich gar nicht nötig war, denn Melodien wie den Trepak, den Russischen Tanz aus dem Ballett „Der Nussknacker“ oder den „Tanz der Stunden“ aus der Oper „La Gioconda“ kennt jeder. Und wenn nicht von der Theaterbühne oder aus dem Konzertsaal, dann auf jeden Fall aus der Werbung. Die wunderschöne Arie „Ebben! Ne andrò lontana“, aus der Oper „La Wally“ habe die bekanntesten Opernsängerinnen als feste Größe in ihren Gala-Programmen, und auch Sarah Brightman hat sich schon daran versucht.

Große Leistung der Sopranisitin  Nathalie de Montmollin

In Eschwege gelang der Sopranistin Nathalie de Montmollin eine sehr gute Interpretation des Aufbegehrens der „Geierwally“. Auch an Walzermelodien hatte Herrmann Breuer eine ganze Bandbreite ausgewählt.

Auftakt mit russischem Walzer

Den Auftakt machte ein russischer Walzer, der am gefühligsten daherkam und Bilder vor den Augen der Zuschauer entstehen ließ: Der Blumenwalzer von Tschaikowsky. Leise und säuselnd begann das Spiel der Harfe, wie der Wind, der durch die Zweige streicht. Dann geht langsam die Sonne über dem Wald hinweg auf, die Cellos setzten mit sonoren Tönen ein, und schließlich erreichen ihre Strahlen mit dem hellen Geigenklang die taufeuchte Wiese, auf der sich die Blumenkelche in bunten Farben öffnen. Am Schluss tanzen die summenden Insekten ausgelassen über dem Blumenmeer.

Weib, Wein, Gesang beim Wiener Walzer

Der Wiener Walzer mit dem Titel „Weib, Wein und Gesang“ hingegen dauerte ein bisschen, bis er in Fahrt kam, doch dann klang er so fulminant und zackig, als wäre es die Nationalhymne eines Landes. Und so ganz nebenbei: Wäre dies nicht eine viel schönere Nationalhymne, auf die sich viele Menschen verständigen könnten, statt mit militärischem Ernst von Vaterländern zu singen?

Schließlich der amerikanische Walzer „Belle oft he Ball“ von Leroy Anderson, bei man als Tänzer ordentlich Gas hätte geben müssen, um mit den schnellen Noten mitzukommen.

Zum Schluss Champagner-Lied und Radetzky-Marsch

Nathalie de Montmollin setzte am Ende mit dem Champagner-Lied aus der Fledermaus noch einmal einen Höhepunkt. Solchermaßen beschwipst und beschwingt entließ die Großpolnische Philharmonie Kalisch das Eschweger Publikum dann ins neue Jahr und erhielt viel Applaus für ihren leichtfüßigen Vortrag bekannter Operettenmelodien. Und als Zugabe schmetterte der Radetzky-Marsch durch die Stadthalle. Impressionen aus dem Konzert

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